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DJI Osmo Pocket 4

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TEIL 2

bestehend aus „Funktion des Produktes“ entspricht 65% der Gesamtwertung

Artkompakte Gimbal-Kamera
KategorieViedeo- und Vlogging-Kamera
FarbeSchwarz
Sensor1-Zoll-CMOS
Objektiv20 mm Kleinbildäquivalent
Blende/Fokusbereichf/2.0 – 0,2m bis unendlich
AuflösungFoto: bis 37 Megapixel
Video (horizontal): bis 4K (60 fps)
Video (vertikal): bis 3K (60 fps)
Zeitlupe: bis 4K mit 240 fps
Farbprofil10-Bit-D-Log, D-Log M, HLG sowie Standard- und verschiedene Farblooks (z. B. Normal, Vivid, Portrait)
Stabilisierungmechanischer 3-Achsen-Gimbal
Display2 Zoll OLED, drehbar – bis zu 1.000 Nits
Speicher107 GB (intern) + microSD bis zu 1TB
Mikrofonedrei integrierte Mikrofone
KonnektivitätUSB-C, WLAN, Bluetooth 5.4
Akku1.545 mAh (fest verbaut), ca 240 min Laufzeit
Gewicht190,5 g
Abmessungen144,2 × 44,4 × 33,5 mm
LieferumfangDJI Osmo Pocket 4, DJI Mic 3 Sender, Mini-Stativ, magnetisches Fülllicht, USB-C-Kabel, Handschlaufe, Gimbal-Klemme, Transporttasche, Zusatz-Akku

Bedienung

Eine der größten Stärken der Osmo Pocket 4 ist ihre unkomplizierte Bedienung. Durch das Drehen des Bildschirms lässt sich die Kamera innerhalb weniger Sekunden einschalten und in einen aufnahmebereiten Zustand versetzen. Dadurch eignet sie sich besonders für spontane Situationen, in denen das Smartphone oder eine größere Kamera erst umständlich vorbereitet werden müsste.

Die wichtigsten Funktionen werden direkt über den Touchscreen aufgerufen. Durch Wischbewegungen von den Bildschirmrändern lassen sich Aufnahmemodus, Auflösung, Bildrate, Belichtung, Fokus, Farbprofil, Gimbal-Modus und weitere Einstellungen anpassen.

Die Menüstruktur ist grundsätzlich logisch aufgebaut. Aufgrund des kleinen Displays benötigt man anfangs dennoch etwas Zeit, um sich die verschiedenen Wischgesten und Positionen der Einstellungen zu merken. Besonders umfangreiche Einstellungen sind über ein Smartphone komfortabler vorzunehmen.

Der neue 5D-Joystick erleichtert die präzise Ausrichtung des Gimbals. Die Kamera kann damit nach oben, unten, links und rechts bewegt werden. Durch mehrfaches Drücken lassen sich die Kamera neu zentrieren oder zwischen Front- und Selfie-Ausrichtung wechseln.

Auch die beiden zusätzlichen Tasten erweisen sich im Alltag als praktisch. Mit der Zoomtaste wird schnell zwischen verschiedenen Vergrößerungsstufen gewechselt. Die frei programmierbare Taste kann beispielsweise mit dem Wechsel des Gimbal-Modus, einem eigenen Aufnahmeprofil oder dem Drehen der Kamera belegt werden.Zur erstmaligen Verwendung muss die Kamera über die DJI-Mimo-App aktiviert werden. Dafür werden WLAN und Bluetooth am Smartphone benötigt. Nach der Aktivierung kann die Osmo Pocket 4 grundsätzlich auch eigenständig ohne dauerhaft verbundenes Smartphone verwendet werden.

Insgesamt ist die Bedienung nach kurzer Eingewöhnung und Lernphase recht intuitiv. Auch Einsteiger können gute Ergebnisse erzielen.

(Bedienung: 4 von 5 Punkten)

Bild- und Videoqualität

Das Herzstück der DJI Osmo Pocket 4 ist der 1-Zoll-CMOS-Sensor in Kombination mit dem lichtstarken f/2.0-Objektiv. Die feste Brennweite entspricht rund 20 Millimetern im Kleinbildformat und liefert damit einen deutlich weitwinkligen Bildausschnitt. Das ist insbesondere für Vlogs, Landschaften, Reisen und Aufnahmen in Innenräumen praktisch.

Bei Tageslicht liefert die Kamera sehr detailreiche und scharfe 4K-Aufnahmen. Farben werden im normalen Farbprofil kräftig, aber weiterhin weitgehend natürlich wiedergegeben. Der automatische Weißabgleich arbeitet zuverlässig und passt sich auch beim Wechsel zwischen Innen- und Außenbereichen relativ schnell an.

Guut gefällt auch der Dynamikumfang. Der Hersteller gibt hier bis zu 14 Blendenstufen an. In kontrastreichen Situationen bleiben dadurch mehr Details in hellen Wolken, Fenstern und dunkleren Schattenbereichen sichtbar. Ein vollständig ausgebrannter Himmel lässt sich dadurch zwar nicht in jeder Situation verhindern, die kleine Kamera bietet aber erstaunlich viel Spielraum.

Für Nutzer, die ihre Aufnahmen nachträglich bearbeiten möchten, steht ein 10-Bit-D-Log-Profil zur Verfügung. Das zunächst flach und kontrastarm wirkende Material enthält mehr Farbinformationen und kann in Programmen wie DaVinci Resolve, Adobe Premiere Pro oder Final Cut Pro umfangreicher angepasst werden. Allderings ist nicht jeder Profi in Videobearbeitung (Ich auch nicht!), deshalb kann man auf eine Nachbearbeitung verzichten und auf das Standardprofil oder die integrierten Filmlooks zurückgreifen.

Auch bei schwachem Licht profitiert die Osmo Pocket 4 vom vergleichsweise großen Sensor und der offenen Blende. Innenräume, Abendstimmungen und beleuchtete Straßenszenen werden sichtbar besser eingefangen als mit vielen klassischen Action-Cams. In sehr dunklen Bereichen bleibt Bildrauschen dennoch erkennbar. Besonders bei höheren ISO-Werten gehen feine Details verloren und Oberflächen wirken zunehmend geglättet.

Der spezielle Low-Light-Modus erhöht die maximale Empfindlichkeit auf ISO 25.600, ist allerdings auf maximal 4K mit 30 Bildern pro Sekunde begrenzt. Für ruhige Nachtszenen kann dieser Modus sinnvoll sein. Bei bewegten Motiven sollte geprüft werden, ob die längeren Belichtungszeiten zu unerwünschter Bewegungsunschärfe führen.

Ein Highlight ist der Zeitlupenmodus. Die Osmo Pocket 4 kann 4K-Aufnahmen mit 100, 120, 200 oder 240 Bildern pro Sekunde erstellen. Bewegungen lassen sich dadurch stark verlangsamen und bleiben trotzdem vergleichsweise detailreich. Bei hohen Bildraten wird allerdings viel Licht benötigt. In dunkleren Umgebungen steigt das Bildrauschen sichtbar an.

Die fest verbaute 20-mm-Weitwinkelbrennweite besitzt aber auch Nachteile. Entfernte Motive erscheinen relativ klein und können nicht optisch herangeholt werden. DJI bewirbt zwar einen zweifachen verlustfreien Zoom, bei stärkerer digitaler Vergrößerung nimmt die Detailqualität jedoch sichtbar ab. außerdem handelt es sich bei dem Zoom lediglich um einen Crop. Soweit auch klar, da nur ein Objektiv vorhanden. Deshalb ist die Osmo Pocket 4 mMn. nur bedingt geeignet fürPorträts, Tiere oder weit entfernte Motive.

Fotos können im JPEG- oder DNG-Format aufgenommen werden. Die maximale Auflösung liegt je nach Seitenverhältnis bei bis zu etwa 37 Megapixeln. Die Fotoqualität ist dank des großen Sensors erstaunlich gut. Dies gild auch für die JPEG Bilder. Die Möglichkeit Raw-Bilder (DNG) aufzunehmen hilft mit ereiterten Bildbearbeitungstools.

Nichtdestotrotz: Die klare Stärke der Osmo Pocket 4 liegt dennoch bei Videoaufnahmen.

(Bild- und Videoqualität: 4 von 5 Punkten)

Gimbal, Stabilisierung & ActiveTrack 7.0

Der mechanische 3-Achsen-Gimbal ist der größte Unterschied gegenüber einem Smartphone oder einer klassischen Action-Cam. Bewegungen werden nicht ausschließlich elektronisch korrigiert, sondern durch Motoren auf der Schwenk-, Neige- und Rollachse aktiv ausgeglichen.

Beim normalen Gehen entstehen sehr ruhige und fließende Aufnahmen. Kleinere Schritte, Drehbewegungen und Bewegungen aus dem Handgelenk gleicht die Kamera zuverlässig aus. Selbstverständlich kann der Gimbal keine vertikalen Auf- und Abbewegungen vollständig kompensieren. Wer beim Gehen besonders ruhige Ergebnisse erzielen möchte, sollte weiterhin möglichst gleichmäßig auftreten.

Zur Verfügung stehen unterschiedliche Gimbal-Modi. Im Follow-Modus folgt die Kamera den Bewegungen des Griffs kontrolliert. Im Tilt-Locked-Modus bleibt die Neigung weitgehend fixiert, während der FPV-Modus stärkere Rollbewegungen zulässt und dadurch dynamischere Aufnahmen ermöglicht.

Die Bewegungsgeschwindigkeit kann angepasst werden. Langsame Einstellungen eignen sich für ruhige, filmische Schwenks. Eine schnellere Reaktion ist bei Tieren, sich (schnell) bewegenden Objekten sinnvoller.

Hier muss man aber schon dazu sagen, dass es eine Lernkurve gibt. Ich habe es oft geschafft, dass ich zu schnell an die Grenze des Gimbals komme, oder nicht zu schnell zu unnatürlich bewege. Da macht wirklich Übung den Meister. Einfach Spaß an der Sache haben und nicht direkt Spielfilmqualität erhoffen. Ihr werdet merken, dass die Stabilisierung definitiv eine der größten Stärken der DJI Osmo Pocket 4 ist.

Die Osmo Pocket 4 verwendet einen Phasen-Autofokus und kann Motive automatisch erkennen und verfolgen. ActiveTrack 7.0 hält Personen, Tiere oder ausgewählte Objekte möglichst innerhalb des Bildausschnitts. Die Kamera kann auf einem Stativ positioniert werden und folgt einer Person selbstständig, während diese sich vor der Kamera bewegt. Auch Gesten können zum Starten beziehungsweise Stoppen einer Aufnahme und zur Aktivierung des Trackings verwendet werden. Die Gesten funktionierten nicht immer auf Anhieb, sind aber schon recht hilfreich wenn man sich beispielsweise alleine filmen will.

Gesichter wurden zuverlässig erkannt. Es gibt auch die Möglichkeit Gesichter zu registrieren, die dann bevorzugt werden können. Ich weiß jedoch nicht ob das wirklich etwas gebracht hat. In einigen kürzeren Tests hat die Verfolgung erstaunlich gut funktioniert, auch wenn das Motiv kurz aus dem Bildbereich verschwindet oder verdeckt wird. Bei sehr schenllen Bewegungen kommt es aber gut und gerne dazu, dass der DJI Osmo Pocket 4 die Verfolgung verliert.

(Gimbal, Stabilisierung & ActiveTrack 7.0: 4,5 von 5 Punkten)

Ausstattung

Akku und Ladezeit

Die DJI Osmo Pocket 4 besitzt einen fest integrierten Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1.545 mAh. DJI gibt unter optimalen Bedingungen eine Laufzeit von bis zu 240 Minuten an. Man muss bedenken, dass es sich bei diesen Angaben um Laborbedingungen handelt. In einem normalen Nutzungsszenario über den Tag verteilt, war ich dennoch fasziniert von der guten Akkulaufzeit. Definitiv positiv überrascht. Genaue Zahlen kann ich nicht nennen (wird ja auch je nach Modus/Nutzungsszenario etc. unterschiedlich sein). Ich kann allerdings sagen, dass ich den Zusatzakku wahrscheinlich lediglich einsetzen musste um diesen und somit die Kamera mit Stativ nutzen zu können.

Der Hersteller gibt an in 18 Minuten auf 80 % Kapazität laden zu können oder in 32 Minuten vollständig laden zu können. Im eigenen Test dauerte eine wirklich vollständige Ladung eines leeren Akkus knapp über 40 Minuten. Hatte der Akku noch 10% übrig, konnte ich bereits nach 10 Minuten wieder genug Energie tanken um gut durch den Tag zu kommen. Die Schnellladefunktion macht also seinem Namen alle Ehre. Bedenkt hier natürlich dass ein ausreichend starkes Netzteil benötigt wird. In meinem Test hatte ich ein 100 Watt Multi-Port Ladegerät. Die Angaben des Herstellers zur Schnellladung hingegen sollen auf 65 Watt Ladeleistung basieren.

Während der Aufnahme kann die Kamera über USB-C mit Strom versorgt werden. Dabei verwendet sie die externe Stromquelle direkt und lädt den internen Akku erst weiter, sobald die Aufnahme beendet wurde.

Speicher

Was sehr gut gefällt ist der üppige integrierte Speicher von 107 GB. Das heißt die Kamera ist ready-to-go, auch ohne Speicherkarte. Ein weiterer Vorteil des integrierten Speichers ist, dass dieser besonders schnell ist. Definitiv schneller als eine microSD, für die ich auch einen Adapter benötigen würde. Bis zu 800 MB/s verspricht der Hersteller via USB 3.1, zum Vergleich: die schnellsten microSD Karten werben mit max 200 MB/s.

Ebenfalls möglich ist die Dateiübertragung über die kabellose Übertragung über die DJI-Mimo-App. Dies ist vor allem für schnelle, unkomplizierte Transfers einzelner Clips geeignet, für größere Datenmengen jedoch deutlich langsamer.

Mikrofone & Tonqualität

In der DJI Osmo Pocket 4 sind drei Mikrofone integriert. Sie nehmen Stereoton auf und bieten Funktionen zur Reduzierung von Windgeräuschen sowie zur Hervorhebung von Stimmen. Für reguläre Aufnahmen ist die integrierte Tonqualität  ziemlich gut. Stimmen werden in ruhigen Umgebungen verständlich aufgezeichnet. Ist man jedoch einiges von der Kamera entfernt, bspw. in Verbindung mit einem Stativ, treten die Umgebungsgeräusche schon deutlich hervor.

Bei Wind ist die Aufnahmequalität wie zu erwarten leider nicht optimal, Windgeräusche hörte ich fast immer. Die Windreduzierung bringt leider nicht sonderlich viel.

Eine große Stärke ist die direkte Verbindung mit kompatiblen DJI-Mikrofonen wie dem DJI Mic 3. Dafür ist kein separater Empfänger notwendig. Die hier näher angesehene Creator Combo enthält bereits einen DJI-Mic-3-Sender. Die Qualität mit dem DJI Mic 3 ist gegenüber den integrierten Mikrofonen deutlich besser. Stimmen klingen näher, klarer und weniger abhängig von der Entfernung zur Kamera. Auch in schwierigeren Situationen (Wind), schneidet das externe Mikrofon deutlich besser ab.

Weiters kann über die OsmoAudio-Funktion in der DJI Mimo App mehrere Tonspuren getrennt aufgenommen werden. Die Kamera unterstützt einen 4-Kanal-Ausgang, wodurch beispielsweise zwei Funkmikrofone und die internen Mikrofone gleichzeitig aufgezeichnet und später separat bearbeitet werden können.

DJI-Mimo-App

Die DJI-Mimo-App steht für fast alle Smartphones zur Verfügung. Die App ist auch mit Tablets kompatibel. Sie wird zur erstmaligen Aktivierung, für Firmware-Updates, zur Fernsteuerung und zur Übertragung von Aufnahmen verwendet.

Ganz gefällt mir nicht, dass die DJI Osmo Pocket 4 vor der ersten Verwendung zwingend über die App aktiviert werden muss. Danach ist die App für den regulären Betrieb allerdings nicht mehr zwingend erforderlich.

DJI Mimo
Preis: Kostenlos
Mimo
Preis: Kostenlos

Nach dem Einschalten verbindet sich die Kamera über WLAN und Bluetooth mit dem Smartphone. Anschließend kann das Livebild auf dem größeren Smartphone-Display betrachtet werden. Auch der Gimbal lässt sich aus der Entfernung steuern.

Darüber hinaus können Aufnahmeeinstellungen angepasst, Dateien übertragen und einfache Videos direkt in der App geschnitten werden. Vorlagen, automatische Bearbeitungsfunktionen, Filter, Musik und verschiedene Effekte erleichtern die schnelle Erstellung von Social-Media-Clips.

Die Verbindung funktionierte in dem Test zuverlässig. Die Übertragung kurzer Clips ist komfortabel. Bei größeren 4K-Dateien ist die direkte USB-C-Verbindung oder die Verwendung eines Kartenlesers meist schneller. Hinweis: Übertragungen an das MAcBook erfolgten ausschließlich mit einer USB-C Verbindung nicht mit einer optional erhältlichen microSD-Karte.

Die App ist prinzipiell sehr gut gemacht, ich bin allerdings generell kein Fan von In-App Werbung oder aufgetragenen Social Funktionen. Das ist zumindest mein persönlicher Kritikpunkt an der App

Weiteres Zubehör

DJI bietet für die Osmo Pocket 4 umfangreiches Zubehör an. Dazu gehören unter anderem:

  • Weitwinkelvorsatz
  • magnetisches Fülllicht
  • ND-Filter
  • Black-Mist-Filter
  • Mini-Stativ
  • zusätzlicher Akkugriff
  • Erweiterungsadapter
  • DJI-Funkmikrofone
  • Transporttaschen und Schutzgehäuse

Besonders sinnvoll sind je nach Einsatzzweck das Mini-Stativ, ein Funkmikrofon und ein Satz ND-Filter. Der Weitwinkelvorsatz eignet sich für besonders enge Räume oder Gruppenaufnahmen, kann aber zu einer stärkeren Verzerrung an den Bildrändern führen.

(Ausstattung: 4,5 von 5 Punkten)

Der Testbericht ist in drei Teile unterteilt, klicke dich hier durch:

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