Huawei Nova 9

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Display6,57 Zoll 2340 x 1080 Pixel (FHD plus), Pixeldichte beträgt 389 ppi
CPUQualcomm Snapdragon™ 778G 4G, 64bit, Octa-core, 4 x Cortex-A78@2,42 GHz + 4 x Cortex-A55@1,8 GHz / GPU: Adreno™ 642L
RAM8 GB RAM
Speicher128 GB (nicht erweiterbar)
Betriebssystemeine sehr veränderte Version von Android™ 11.0 mit EMUI 12 ( ohne Google-Dienste)
Haupt-KameraQuad-Kamera:
50 MP Ultra Vision Kamera (f/1.9 Blende) 
8 MP Ultraweitwinkel-Kamera (f/2.2-Blende) 
2 MP Tiefenkamera (f/2.4-Blende) 
2 MP Makrokamera (f/2.4-Blende)
Phasenfokus, Kontrastfokus, AIS, Digitaler Zoom
Videos mit bis zu 3.840 x 2.160 Pixel, unterstützt 720p@960fps Videos in Ultrazeitlupe
Front-Kamera32-MP-Porträt-Kamera (f/2.0-Blende)
Videos mit bis zu 3.840 x 2.160 Pixel, 720p@240fps Videos in Ultrazeitlupe
AnschlüsseUSB-Typ-C-Ladenaschluss
Akkufest verbauter 4.300 mAh Akku
FarbenStarry Blue (meinem Testgerät). Außerdem verfügbar ein Modell in Black
KonnektivitätWi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/ax 2,4GHz und 5GHz. Mobilfunknetz bis 4G, Wi-Fi Direct, Bluetooth 5.2 und A-GPS, Galileo, GPS, Glonass, BeiDou.
Abmessungen (LxBxH)160 mm, 73,7 mm, 7,77 mm
Gewicht175 g
LieferumfangHuawei Nova 9
SIM-Tool
66 Watt-Netzteil
USB-Typ-C-Ladekabel
transparente Kunststoff-Schutzhülle
technische Daten des Huawei Nova 9

Performance

Im Huawei Nova 9 werkelt ein Qualcomm Snapdragon 778G 4G CPU, dies ist ein zeitgemäßer Octa-Core Prozessor, der jedoch nur das LTE-Netzwerk unterstützt, da Huawei die 5G Technologie untersagt wurde. Also alle Prozessoren, die Huawei in den eigenen Smartphones verbaut bzw. geliefert bekommt, dürfen nur 4G Prozessoren sein. Der CPU setzt sich aus zwei Clustern zusammen, davon sind es 4 x Cortex A78 Einheiten, die jeweils mit max. 2,42 GHz Taken und 4 weitere Cortex A55 Kerne, die mit 1,8 GHz Takten. Beim fest integrierten GPU (Grafikeinheit) handelt es sich um den Adreno 642L, der für eine gute Grafikleistung sorgt und auch wichtig ist, damit das Display seine 120 Hz Bildwiederholrate erreicht. Der Arbeitsspeicher ist mit 8GB RAM groß bemessen und sorgt dafür, dass das System insgesamt sehr flüssig und ohne Aussetzer arbeitet. 

Das Huawei Nova 9 gibt es nur in eine Speicherausführung und zwar mit einem 128 GB großen und fest verbauten UFS 3.0 Speicher. Somit hat Huawei hier auf einen schnellen Speicher gesetzt, der sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben von Dateien sehr schnell ist. Erweitert werden kann der Speicher hier jedoch anders als ich es bisher von Huawei gewohnt bin leider nicht, somit sollte man sich vor dem Kauf im Klaren sein, ob einem die 128 GB am Ende ausreichen oder nicht. Von den 128 GB stehen euch zu Beginn übrigens knapp 109 GB frei zur Verfügung.

Die Rechenleistung des Snapdragon 778G 4G ist sehr gut und für das Mittelklasse-Smartphone auch absolut ordentlich. Somit laufen darauf alle Anwendungen und fast alle Spiele flüssig. Lediglich bei Asphalt 9 wird die Grafikleistung automatisch etwas reduziert, da hier das Gerät dann doch aufgrund der vielen Details und Berechnungen an seine Grenzen kommt. Die hohe 120 Hz Bildwiederholrate wiederum macht sich bim scrollen im Alltag positiv bemerkbar, aber beim Zocken wiederum macht sich dies weniger bemerkbar, denn leider unterstützen die Games dies aktuell kaum.

So viel zum textlichen Teil der Performance, doch schauen wir uns doch noch einige Zahlen an, welche meine Einschätzung der Rechenleistung größtenteils Belegen. Bei Geekbench 5.0 konnte das Huawei Nova 9 einen Wert von 781 im Single-Core und 2.985 im Multi-Core erreichen und bei PCMark kam es auf eine Score von 9.665

(Performance: 4 von 5 Punkten)

Display

Beim Display setzt Huawei auf ein 6,57 Zoll großes OLED-Display im 20:9-Format. Die Bildwiederholrate liegt bei den bereits erwähnten 120 Hz und die Auflösung bei einer erweiterten Full-HD-Auflösung (FHD+) genauer gesagt bei 2.340 x 1.080 Pixel. Dies zusammen ergibt ein gestochen scharfes Display das mit kräftigen Farben und hervorragenden schwarzwerten (Kontrast) punkten kann. Die Pixeldichte liegt zwar etwas unter den Flaggschiffen von Huawei und anderen Herstellern, kann sich mit 389 ppi aber noch absolut sehen lassen und ist keineswegs schlecht.

Die max. Displayhelligkeit fällt im Schnitt mit knapp 660 cd/m² (Candela pro Quadratmeter) recht gut aus, hier gibt es zwar Geräte mit einem noch helleren OLED-Display, aber selbst bei direkter Sonnenstrahlung kann man hier noch etwas auf dem Display erkennen. Die Blickwinkelstabilität ist, wie ich es von einem OLED-Panel gewohnt bin, sehr gut, sodass man selbst bei einem äußerst flachen Betrachtungswinkel alles gut ablesen kann. Lediglich der stark gebogene Bereich an den länglichen Rändern wird z. B. beim flachem betrachten von der Seite her deutlich heller beleuchtet als die Oberfläche des Displays. Doch dies ist wiederum bei solch einem Curved-Display typisch, der beste Betrachtungswinkel für eine gleichmäßige Ausleuchtung ist dementsprechend frontal. Beim betrachten von Filmen direkt über das Huawei Nova 9 kann das Ganze zu Beginn etwas störend wirken, denn die Wölbung des Displays führt meiner Meinung nach zu einer leichten Vermehrung, an die man sich definitiv erst gewöhnen muss.

Der Fingerabdrucksensor wurde direkt in das Display integriert und reagiert recht zuverlässig. Schade finde ich hier nur, dass man diesen definitiv zu weit unten platziert hat. Einige Zentimeter weiter oben hätten mir hier definitiv besser gefallen.

(Display: 4,5 von 5 Punkten)

Akku

Das Huawei Nova 9 verfügt über einen 4.300 mAh Akku. Dies ist kein überdimensional großer Akku, aber er kann sich immer noch gut sehen lassen. Schließlich versorgt dieser das Smartphone bei normaler Nutzung problemlos über den Tag mit Strom. Ein Ausdauermonster ist das Huawei Nova 9 daher zwar nicht, aber sollte einem unter dem Tag der Akku dennoch einmal leer gehen, ist der Akku dank des 66 Watt Netzteil sehr schnell wieder voll aufgeladen. 

Nach gerade mal knapp 40 Minuten ist der Akku von 0 auf 100 % aufgeladen, das ist wahnsinnig schnell und selbst wenn man mal vergessen hat, den Akku in der Nacht aufzuladen, ist der Akku nach gut 18 Minuten zu 60 % aufgeladen. Das ist wirklich schnell, aber selbstverständlich bedeutet dieses schnell laden auch, dass der Akku darunter leidet und somit auch schneller an seine Verschleißgrenze kommt. Das kabellose aufladen wie Qi unterstützt das Huawei Nova 9 leider nicht, daher muss man das Smartphone immer mit einem Ladekabel aufladen.

(Akku: 4 von 5 Punkten)

Kamera

Kommen wir nun zu einem der auffälligsten Bauteile des Huawei Nova 9 der Quad-Cam auf der Rückseite. Diese setzt sich aus folgenden einzelnen Sensoren zusammen:

1.Die Hauptlinse, welche als Ultra Vision Kamera bezeichnet wird, mit einem 50-Megapixel-Sensor und einer Blende von f/1.9 ausgestattet wurde.

2. Eine Ultra-Weitwinkel-Kamera mit 8 Megapixel f/2.2.

3. Die Tiefen-Kamera (Bokeh-Effekt), welche mit 2 Megapixel auflöst und eine Blende von f/2.4 besitzt.

4. Die Letzte ist dann noch eine 2 Megapixel-Makro-Kamera ebenfalls mit einer Blende von f/2.4.

Bei der Hauptkamera mit 50 Megapixel und der Blende von f/1.9 setzt Huawei auf einen kleinen Trick, damit die Bilder von ihrer Beleuchtung noch dynamischer wirken. Man lässt hier je vier Pixel zu einem Fusionieren sodass diese zusammen mehr Licht einfangen und im Endeffekt somit die Bilder nicht mit einer Auflösung von 50 MP sondern 12,5 Megapixel geknipst werden. Die hier inzwischen immer von Huawei eingesetzte KI sorgt dabei für eine sehr gute Bildoptimierung sodass die Bilder zudem von den Farben recht kräftig wirken. Außerdem setzt Huawei hier nicht mehr auf einen üblichen Sensor mit RGGB-Farbfilterspektrum, sondern auf einen RYYB-Farbfilter, welcher ebenfalls für bis zu 40 % mehr Lichteinfall in den Sensor sorgen soll.

Hierbei gefällt mir die Kamera mit ihrer Farbwiedergabe sehr gut, den selbst bei dunkleren Aufnahmen, wie es z. B. oftmals im Nachtmodus der Fall ist, ist die Farbwiedergabe der Bilder überraschend hoch. Die Bilder wirken fast immer sehr kontrastreich, rauschen nicht und insgesamt wirkt alles lebendig, genau so, wie es sein soll. Nachteil an dem Ganzen ist wiederum, dass es für diese Kamera-Linse keinen optischen, sondern nur einen digitalen Zoom gibt. Zoomt man mehr als auf die zweifache Vergrößerung, sind die Bilder wirklich nicht mehr zu gebrauchen. 

Die Ultraweitwinkel-Kamera schneidet im Bezug auf die Details nicht mehr ganz so gut ab wie die Hauptkamera. Hier wirken zudem die Farben deutlich blasser und insgesamt fehlt es den Bildern etwas an Qualität. Die beiden restlichen Kameras, also die Makro-Linse, würde ich als solche nicht wirklich bezeichnen, denn hierfür sind die 2 Megapixel einfach viel zu wenig und daher die Bilder für mich absolut nicht brauchbar. Daher hätte man diese Linse auch getrost weglassen können, denn einen Mehrwert bringt das Ganze nicht, es liest sich halt auf dem Papier besser, wenn hier eine Quad-Cam anstelle eine Tripple-Cam erwähnt wird. Die Tiefen-Kamera sorgt für ein Bokeh, was so weit gut ist, aber das bekommen andere Hersteller mit ihren Smartphones ebenso gut bzw. zum Teil auch noch deutlich besser hin.

  • Hauptkamera 1-fach vergrößert
  • 2-fach vergrößert
  • 10-fach vergrößert

Die Frontkamera für Selfies, Videotelefonie usw. löst mit max. 32 Megapixeln auf und besitzt ein f/2.0 Blende. Die Bilder fallen mir hier mit einer guten Schärfe und sehen so weit auch recht natürlich aus. Hier gibt es von mir wenig Kritik, den für Schnappschüsse, Videotelefonieren ist die Kamera bestens geeignet.

Die Hauptkamera ermöglicht Videoaufnahmen mit bis zu 4K bei max. 30 Bilder in der Sekunde, alternativ kann man die Auflösung auch reduzieren und kommt so auf 60 fps. Möchte man wiederum auf die Ultrazeitlupe zugreifen, wird die Auflösung auf 720p reduziert, dafür erreicht man hier dann jedoch auch 960 fps. Die Frontkamera wiederum kann ebenfalls mit einer 4K Aufnahme punkten, aber bei Ultrazeitlupe sind hier bei 720p nur 240 fps möglich. Bei der Hauptkamera setzt Huawei beim Nova 9 übrigens auf einen elektronische Bildstabilisator (AIS) dieser arbeitet im Alltag sehr gut und hilft gut dabei, das die Aufnahmen nicht verwackeln, indem der Stabilisator die vielleicht etwas unruhige Hand ausgleicht.

(Kamera: 3,5 von 5 Punkten)

Software

Auf dem Huawei Nova 9 läuft eine von Huawei angepasste Version von Android 11 mit der neuen Benutzeroberfläche EMUI 12. Auf das komplett eigen entwickelte Betriebssystem HarmonyOS hat man hier jedoch leider verzichtet. Kann jedoch in einiger Zeit wie für andere Smartphones nachgereicht werden. Beim Sicherheitspatch ist die Version vom November installiert, sodass dieser noch halbwegs aktuell ist. 

Google-Dienste sind für Smartphones aus dem Hause Hauwei weiterhin absolut tabu. Man arbeitet hier zwar daran, das Angebot an Apps über die Huawei AppGallery kontinuierlich zu erweitern, aber das Ganze benötigt eben seine Zeit und im Vergleich zum GooglePlay Store fehlen hier noch sehr viel Apps. Gerade für mich fehlten hier die wichtigen Apps wie Facebook, Netflix, Youtube usw. Ebenso sind die für mich beliebten Banking-Apps hier noch immer eine sehr große Mangelware und fehlen ebenso. 

Huawei bietet jedoch die Möglichkeit, einige Apps über Webseiten herunterzuladen, indem man in der Suchmaschine der AppGallery nach Quellen für die APK-Dateien sucht, was dazu führt, dass man einige Apps durch diesen Umweg installieren kann. Der Nachteil ist wiederum, dass dies dann auf das eigene Risiko erfolgt und die Apps nicht automatisch mit dem neusten Update versehen werden. Die meisten aus Amerika stammenden Apps wie Netflix und Co. bekommt ihr so jedoch trotzdem nicht auf das Huawei Nova 9 installiert. 

Somit bleibt die Software durch die doch recht großen Einschränkungen das größte Manko an den neuen Huawei-Geräten. Klar versucht Huawei hier viel, um diese möglichst schnell zu beseitigen, aber zaubern kann das Unternehmen leider dann auch wieder nicht.

(Software: 4 von 5 Punkten)

Der Testbericht ist in drei Teile unterteilt, klicke dich hier durch:

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