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Tineco Floor One S9 Artist Premium

In aller Kürze

Testergebnis

4,1

von 5

Der Tineco Floor One S9 Artist Premium hinterlässt nach gut vier Wochen im Test einen sehr guten Gesamteindruck. Auf Fliesen und Parkett überzeugte der Nass-Trockensauger mit einer guten Reinigungsleistung und nimmt sowohl alltäglichen Schmutz als auch Flüssigkeiten zuverlässig auf. Eingetrocknete Verschmutzungen können mehrere Durchgänge erfordern, lassen sich in der Regel aber ebenfalls entfernen. Haare bereiteten im Test keine Probleme und werden durch das integrierte Klingensystem zuverlässig getrennt, wodurch sich diese nicht störend um die Reinigungswalze wickeln.

Besonders positiv fällt das Handling auf. Das SmoothDrive-System erleichtert das Manövrieren nochmals gegenüber dem von uns getesteten Floor One S7 Stretch. Dank der 180°-Flachlage lässt sich der S9 Artist Premium zudem weit unter Betten, Sideboards und andere Möbel führen. Die Akkulaufzeit erwies sich im Alltag als ausreichend, während die vergleichsweise lange Ladezeit und der fest verbaute Akku kleinere Kritikpunkte darstellen.

Sehr komfortabel ist auch die automatische Selbstreinigung und Trocknung auf der Station. Nach der Reinigung müssen im Wesentlichen nur noch der Schmutzwassertank entleert und ausgespült sowie die Station gelegentlich gereinigt werden. Insgesamt kombiniert der Floor One S9 Artist Premium eine überzeugende Reinigungsleistung mit hohem Bedienkomfort und besonders gutem Handling.

Das gefällt uns

  • Sehr gute Reinigungsleistung
  • SmoothDrive erleichtert die Handhabung spürbar
  • Praktische 180°-Flachlage
  • Gute Aufnahme von Haaren ohne Verheddern
  • Frisch- und Schmutzwasser werden zuverlässig getrennt
  • Selbstreinigung und automatische Heißlufttrocknung
  • Übersichtliches Display direkt am Griff
  • Gute Verarbeitung und hochwertiges Design
  • Frischwassertank komfortabel von der Seite befüllbar

Das gefällt uns weniger

  • Akku fest verbaut
  • Mit rund 4,5 Stunden lange Ladezeit
  • Hochglanzflächen anfällig für Fingerabdrücke und Gebrauchsspuren
  • Kantenreinigung nicht vollständig randlos
  • Gewicht trotz SmoothDrive spürbar



Tineco Floor S9 Artist Premium

Zum Store bei

TEIL 1

Bestehend aus „Verpackung/Design/Verarbeitung“ entspricht 25% der Gesamtwertung

Verpackung

Bei der Verpackung bleibt Tineco seinem bekannten Stil treu. Der Karton ist in den markentypischen Farben gestaltet, zeigt den Floor One S9 Artist Premium und weist bereits auf zentrale Ausstattungsmerkmale wie SmoothDrive und die 180°-Flachlage hin.

Im Inneren ist alles sicher für den Transport verstaut. Tineco setzt dabei auf eine Kombination aus Kartonage, Folien und Kunststoffbeuteln. Gerade die empfindlichen und glänzenden Oberflächen werden dadurch wirkungsvoll vor Kratzern geschützt. Etwas weniger Kunststoff wäre aus Umweltgesichtspunkten dennoch wünschenswert.

Die Inbetriebnahme erfordert praktisch keine Montage. Lediglich das Griffstück muss in das Gerät eingesetzt werden, Schrauben oder Werkzeug sind nicht erforderlich. Positiv fällt der umfangreiche Lieferumfang auf. Neben dem Floor One S9 Artist Premium und der Reinigungs- und Trocknungsstation legt Tineco unter anderem zwei Ersatz-Reinigungswalzen und zwei Ersatzfilter bei. Damit ist bereits ausreichend Zubehör für eine längere Nutzungsdauer vorhanden.

LieferumfangAnzahl
Tineco Floor One S9 Artist Premium1
Griffstück1
Lade-/Reinigungs- und Trocknungsstation1
Reinigungsmittel500 ml
Ersatz-Reinigungswalzen2
Ersatzfilter2
Reinigungsbürste1
Bedienungsanleitung1
Sicherheitsinformationen1

Die Station selbst ist ebenfalls in Folie verpackt und gut geschützt. Praktisch ist zudem, dass Tineco einen Quick-Start-Guide direkt auf die Kartonage druckt, sodass die ersten Schritte bereits beim Auspacken ersichtlich sind. Insgesamt gibt es beim Lieferumfang wenig zu kritisieren. Besonders die doppelt beigelegten Ersatzwalzen und Filter sind bei einem Gerät dieser Art ein echter Mehrwert.

(Verpackung: 4 von 5 Punkten)

Design

Deutlich cleaner und eleganter als zuvor

Der Tineco Floor One S9 Artist Premium macht seinem Namen auch optisch alle Ehre und wirkt im direkten Vergleich mit dem von uns getesteten Floor One S7 Stretch nochmals eleganter und moderner. Einen wesentlichen Anteil daran hat die veränderte Anordnung des Schmutzwassertanks auf der Rückseite. Dort landen wie beim S7 neben dem Schmutzwasser auch die aufgenommenen festen Verschmutzungen. Die Front wirkt dadurch deutlich aufgeräumter und cleaner.

Der Frischwassertank befindet sich weiterhin im unteren Bereich des Geräts, wurde im Detail aber sinnvoll überarbeitet. Statt von oben wird dieser beim S9 Artist Premium nun seitlich befüllt. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, macht sich im Alltag aber positiv bemerkbar. Der Tank kann beim Befüllen gerade gehalten werden, wodurch sich sein Volumen einfacher vollständig ausnutzen lässt. Beim von uns getesteten S7 Stretch musste der Tank aufgrund der oben liegenden Einfüllöffnung beim Befüllen stärker geneigt werden, wodurch sich die einzelnen Bereiche nicht immer gleichmäßig füllen ließen.

Tineco kombiniert matte mit hochglänzenden Oberflächen, wobei Letztere etwas überwiegen. Trotz des höheren Hochglanzanteils wirkt das Design nicht überladen. Die insgesamt schlanke Form gefällt uns gut und lässt den S9 Artist Premium trotz seiner Größe vergleichsweise elegant erscheinen.

iLoop-Statusring als optisches Highlight

Ein besonderes Designelement ist der farbige iLoop-Statusring im oberen Bereich. Dieser informiert während der Reinigung auch optisch über den erkannten Verschmutzungsgrad. Rot signalisiert stärkeren Schmutz, während sich die Anzeige mit sauberer werdendem Boden in Richtung Blau verändert. Durch seine prominente Position prägt der beleuchtete Ring gleichzeitig das Erscheinungsbild des Geräts.

Display wandert direkt an den Griff

Sehr gut gefällt uns außerdem die neue Position des Displays direkt am Griff. Hier lassen sich unter anderem der gewählte Reinigungsmodus und weitere wichtige Informationen gut ablesen. Beim von uns getesteten S7 Stretch befand sich die Anzeige noch weiter unten. Beim S9 Artist Premium wirkt die Aufteilung dadurch moderner und während der Nutzung übersichtlicher.

Schlichte Station, die sich nicht verstecken muss

Auch die Lade-, Reinigungs- und Trocknungsstation hält Tineco optisch vergleichsweise schlicht. Sie erfüllt in erster Linie ihren Zweck, wirkt zusammen mit dem Gerät aber hochwertig genug, dass der S9 Artist Premium nicht zwingend im Technikraum verschwinden muss. Wer ausreichend Platz hat, kann ihn beispielsweise auch im Flur aufstellen. Unauffällig ist das Gesamtpaket aufgrund seiner Größe allerdings nicht, dafür macht der S9 Artist Premium einen entsprechend hochwertigen und modernen Eindruck.

(Design: 4,5 von 5 Punkten)

Verarbeitung

Hochwertige Kunststoffe und saubere Übergänge

Bei der Verarbeitung hinterlässt der Tineco Floor One S9 Artist Premium einen sehr guten Eindruck. Die verwendeten Kunststoffe wirken hochwertig, stabil und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, störende Kanten oder unsaubere Übergänge konnten wir an unserem Testgerät nicht feststellen.

Auch das Griffstück überzeugt. Dieses muss bei der ersten Inbetriebnahme lediglich in das Gehäuse eingesetzt werden, rastet dort sauber ein und sitzt anschließend fest. Selbst beim Manövrieren des Geräts konnten wir weder störendes Spiel noch Knarzgeräusche feststellen.

Bewegliches Gelenk trifft auf SmoothDrive

Besonders wichtig ist bei einem Nass-Trockensauger die Mechanik rund um den Reinigungskopf. Das Gelenk des S9 Artist Premium ermöglicht eine sehr flexible Führung und vermittelt dennoch einen stabilen Eindruck. In Kombination mit SmoothDrive lässt sich das Gerät leicht und kontrolliert manövrieren.

Auch die für die 180°-Flachlage notwendige Beweglichkeit macht nach unseren bisherigen vier Wochen einen robusten Eindruck. Trotz der hohen Bewegungsfreiheit konnten wir weder auffälliges Spiel noch andere Verschleißerscheinungen feststellen.

Überarbeitete Tanks erleichtern die Handhabung

Nicht nur die seitliche Befüllung des Frischwassertanks wurde gegenüber dem von uns getesteten S7 Stretch verbessert. Auch beim Schmutzwassertank hat Tineco ein kleines, aber im Alltag durchaus praktisches Detail überarbeitet.

Der Deckel sitzt aufgrund seiner umlaufenden Dichtung entsprechend fest auf dem Behälter. Beim S9 Artist Premium befindet sich nun ein blauer Hebel am Deckel, der beim Betätigen dabei hilft, diesen einfacher vom Tankgehäuse anzuheben. Dadurch muss man nicht mehr gegen die vergleichsweise fest sitzende Dichtung arbeiten und der Behälter lässt sich komfortabler öffnen.

Die Dichtungen selbst erfüllen bislang zuverlässig ihren Zweck. Wasser trat während unseres Tests nicht ungewollt aus. Wie sich die Dichtungen über mehrere Jahre hinweg verhalten, lässt sich nach vier Wochen Nutzung naturgemäß noch nicht beurteilen.

Reinigungswalze mit wenigen Handgriffen entnommen

Auch die Reinigungswalze ist unkompliziert zugänglich. Über den dafür vorgesehenen Klappbügel lässt sie sich greifen und anschließend seitlich aus dem Reinigungskopf herausziehen. Das erleichtert sowohl die regelmäßige Kontrolle als auch eine gründlichere manuelle Reinigung.

Schmutzwasser und aufgenommener fester Schmutz werden im vorgesehenen Behälter gesammelt. Dieser lässt sich anschließend ausspülen und bei Bedarf mit der mitgelieferten langen Reinigungsbürste gründlicher säubern.

Hochglanz bleibt empfindlich

Die vielen glänzenden Oberflächen haben allerdings einen bekannten Nachteil: Fingerabdrücke und mit der Zeit auch kleinere Kratzer lassen sich nicht vollständig vermeiden. Fingerabdrücke können problemlos abgewischt werden. Kleinere Gebrauchsspuren sehen wir bei einem Gerät, das regelmäßig über den Boden geführt, entleert und gereinigt wird, allerdings nicht als wirklichen Kritikpunkt.

Nach gut vier Wochen im Einsatz konnten wir keine Defekte, auffälligen Verschleißerscheinungen oder lockeren Bauteile feststellen. Insgesamt entspricht die Verarbeitung damit dem hochwertigen Anspruch, den Tineco mit dem Floor One S9 Artist Premium verfolgt.

(Verarbeitung: 4 von 5 Punkten)

TEIL 2

bestehend aus „Funktion des Produktes“ entspricht 65% der Gesamtwertung

ProdukttypNass-Trockensauger / Wischsauger
Leistung220 W
Saugleistung22.000 Pa
AkkuLithium-Ionen Softpack-Akku, fest verbaut, 7× 6250 mAh Zellen
Akkulaufzeitim Test ca. 40–50 Min. im Auto-Modus, ca. 30 Min. im Max-Modus
Ladezeitca. 4,5 Stunden
Frischwassertank / SchmutzwassertankFrisch: 0,88 Liter; Schmutz: 0,75 Liter
ReinigungsmodiAuto, Max, Saugmodus
Lautstärkeim Test ca. 70–76 dB
DisplayFarbdisplay im Griff
Selbstreinigung/TrocknungJa, automatische Selbstreinigung/ FlashDry, bis zu 85 °C Heißluft
BesonderheiteniLoop-Sensor, SmoothDrive-Antrieb, DualBlock Anti-Tangle, 180°, Höhe ca. 12,85 cm
Schmutztrennung3-Kammer-System
EinsatzbereichHartböden, z. B. Fliesen, Laminat und Parkett
LieferumfangTineco Floor S9 Artis Premium
Lade-/Reinigungsstation
2x Reinigungswalzen
2x Filter
Reinigungsbürste
500 ml Reinigungslösung
Anleitung und Sicherheitskarte
Technische Daten des Tineco Floor S9 Artis Premium

Inbetriebnahme & Einrichtung

In wenigen Minuten einsatzbereit

Die Inbetriebnahme des Tineco Floor One S9 Artist Premium gestaltet sich erfreulich unkompliziert. Nach dem Auspacken müssen zunächst lediglich die Folien und übrigen Transportsicherungen entfernt werden. Anschließend wird das Griffstück in das Gerät gesteckt, bis es hör- und spürbar einrastet. Schrauben oder Werkzeug werden nicht benötigt.

Auch bei der Reinigungs- und Ladestation hält sich der Aufwand in Grenzen. Station am gewünschten Standort aufstellen, mit dem Stromnetz verbinden und den Floor One S9 Artist Premium einsetzen und fertig.

Unser Testgerät wurde mit einem Akkustand von rund 60 Prozent ausgeliefert. Vor der ersten Reinigung haben wir den Akku dennoch zunächst vollständig geladen.

Frischwassertank einfach befüllt

Der Frischwassertank lässt sich über die Entriegelung und eine Griffmulde komfortabel aus dem Gerät entnehmen. Beim Wiedereinsetzen rastet er sauber und sicher ein. Durch das transparente Gehäuse ist der aktuelle Wasserstand gut erkennbar, zusätzlich kennzeichnet eine dezente Linie die maximale Füllmenge.

Die bereits angesprochene seitliche Einfüllöffnung erweist sich auch hier als praktische Verbesserung. Der Tank lässt sich beim Befüllen besser halten und sein Volumen einfacher ausnutzen als beim von uns getesteten S7 Stretch.

Das Tineco-Reinigungsmittel wird direkt dem Frischwasser hinzugegeben. Als Dosierhilfe dient die Verschlusskappe der Flasche, von der eine Füllung ausreicht. Der Verbrauch des Konzentrats hält sich dadurch in Grenzen. Tineco weist darauf hin, ausschließlich das dafür vorgesehene Reinigungsmittel zu verwenden.

Grundsätzlich lässt sich der S9 Artist Premium auch mit klarem Wasser betreiben. Für die eigentliche Bodenreinigung verwenden wir jedoch das vorgesehene Reinigungsmittel, unter anderem um ein möglichst gutes und gleichmäßiges Reinigungsergebnis zu erzielen.

Sprachansagen begleiten die Bedienung

Nach dem Einschalten ist der S9 Artist Premium innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit. Ein integrierter Lautsprecher informiert während des Betriebs per Sprachausgabe über den aktuellen Zustand und notwendige Schritte.

Ab Werk erfolgten die Ansagen bei unserem Gerät auf Englisch. Über die Tineco-App lässt sich die Sprache jedoch problemlos auf Deutsch umstellen, was wir direkt vorgenommen haben.

Schnelle Einbindung in die Tineco-App

Da bei uns bereits ein Floor One S7 Stretch eingerichtet ist, verlief auch die WLAN-Einrichtung besonders schnell. Die vorhandenen WLAN-Daten konnten für den neuen S9 Artist Premium übernommen werden. Ein Firmware-Update war bei unserem Testgerät zum Zeitpunkt der Einrichtung nicht erforderlich.

Für die Nutzung der App wird ein Tineco-Benutzerkonto mit E-Mail-Adresse benötigt. Für den normalen Reinigungsvorgang ist die App allerdings nicht zwingend erforderlich, der Bodenreiniger kann auch ohne Smartphone verwendet werden.

Einen Mehrwert bietet die App dennoch. Neben der Sprache der Sprachansagen lassen sich dort beispielsweise die Reinigungsmodi individueller konfigurieren. Im Auto-Modus übernimmt der S9 Artist Premium die Anpassung automatisch. Beim Max-Modus lässt sich die Leistung jedoch zwischen 150 auf 120 Watt anpassen. Im Modus Saugen stehen weitere Anpassungen der Leistung und Wassermenge zur Verfügung.

(Inbetriebnahme & Einrichtung: 4,5 von 5 Punkten)

Handhabung & Bedienkomfort

SmoothDrive macht den Unterschied

Das Gewicht des Tineco Floor One S9 Artist Premium ist beim Arbeiten durchaus spürbar. Man merkt, dass man einen vergleichsweise großen Nass-Trockensauger führt. Dank SmoothDrive fällt die Handhabung im direkten Vergleich mit dem von uns getesteten Floor One S7 Stretch allerdings spürbar leichter aus.

Die aktiv angetriebenen Räder unterstützen die Bewegungen und vermitteln das Gefühl, dass das Gerät beim Reinigen tatsächlich mitarbeitet. Besonders beim normalen Vorwärtsfahren ist die Unterstützung angenehm. Da wir beim Wischen häufig in kurzen Bewegungen vor- und zurückfahren, muss SmoothDrive allerdings permanent auf einen Richtungswechsel reagieren. Beim Wechsel von vorwärts zu rückwärts und umgekehrt ist daher eine minimale Verzögerung zu spüren. Gleiches gilt bei schnellen Richtungswechseln oder beim Fahren um Ecken. Störend empfanden wir dies im Alltag jedoch nicht, insgesamt funktioniert die Unterstützung sehr gut und stellt für uns eine der deutlichsten Verbesserungen gegenüber dem S7 Stretch dar.

180°-Flachlage überzeugt unter Möbeln

Ein weiterer großer Vorteil ist die 180°-Flachlage. Der S9 Artist Premium lässt sich nahezu vollständig auf den Boden absenken und kommt dadurch auch unter Betten, hängende Sideboards und vergleichbare Möbel.

Mit einer Höhe von knapp unter 13 cm im flachgelegten Zustand benötigt er dafür vergleichsweise wenig Platz. Natürlich muss man sich selbst entsprechend herunterbeugen oder hinknien, um das Gerät weit unter ein Bett zu führen. Überraschend gut bleibt dabei das Handlig. Selbst vollständig abgesenkt lässt sich der S9 Artist Premium kontrolliert vor- und zurückbewegen.

Gute Randreinigung mit kleinen Restbereichen

Bei der Randreinigung kommt die Walze auf beiden Seiten sehr nah an Wände und Sockelleisten heran, vollständig randlos arbeitet sie allerdings nicht. In unserem Test verblieben auf der linken Seite rund 6 mm, auf der rechten Seite etwa 9 bis 10 mm ungewischter Bereich.

Fährt man mit der Vorderseite des Reinigungskopfs direkt auf eine Wand zu, fällt der Abstand konstruktionsbedingt größer aus. Durch die abgerundete Form des Reinigungskopfs bleiben hier ungefähr 3 cm bis zur Wand. Für eine möglichst gründliche Randreinigung empfiehlt es sich daher, den S9 seitlich entlang der Wand zu führen.

Auf Fliesen und Parkett gleichermaßen angenehm

Zwischen unseren Feinsteinzeugfliesen und dem Parkett konnten wir bei der Handhabung keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Der S9 Artist Premium lässt sich auf beiden Bodenarten gleichermaßen gut führen.

Kleinere Schwellen stellen ebenfalls kein großes Hindernis dar. Bei höheren Absätzen sollte man die unterschiedlichen Ebenen dagegen getrennt reinigen und das Gerät entsprechend umsetzen.

Praktisch finde ich, wird der S9 Artist Premium während der Reinigung auf ungefähr 90° aufgerichtet, kann er wie bereits der S7 Stretch selbstständig und sicher stehen. Für eine kurze Unterbrechung muss er somit nicht jedes Mal zurück zur Station gebracht werden. Ein ungewolltes Austreten oder Nachtropfen von Wasser konnten wir dabei nicht feststellen.

Display und iLoop immer im Blick

Auch die Bedienung direkt am Griff überzeugt. Die Tasten sind gut erreichbar und das integrierte Display lässt sich während der Reinigung problemlos ablesen. Gerade die neue Positionierung im direkten Blickfeld empfinden wir gegenüber dem S7 Stretch als Verbesserung.

Der farbige iLoop-Sensor liefert zusätzlich eine schnell erfassbare Rückmeldung zum erkannten Verschmutzungsgrad. Stärker verschmutzte Bereiche werden entsprechend signalisiert und man erkennt unmittelbar, an welchen Stellen weitere Reinigungsvorgänge sinnvoll sind. Im Alltag erwies sich diese Funktion nicht nur als optische Spielerei, sondern als praktische Orientierungshilfe.

Hörbar, aber nicht unangenehm laut

Leise ist der Floor One S9 Artist Premium naturgemäß nicht. Je nach gewähltem Modus haben wir während des Betriebs ungefähr 70 bis 76 dB gemessen. Die Geräuschkulisse empfanden wir dennoch als angenehm und für einen Nass-Trockensauger nicht störend. Die Reinigungs- und Trocknungsvorgänge innerhalb der Station fallen teilweise noch etwas lauter aus.

Spürbare Fortschritte gegenüber dem S7 Stretch

Insgesamt hat Tineco die Handhabung an mehreren Stellen sinnvoll weiterentwickelt. Neben SmoothDrive zählen dazu der einfacher zu befüllende Frischwassertank, der komfortabler zu öffnende Schmutzwassertank und das direkt am Griff platzierte Display. Für sich betrachtet mögen manche dieser Änderungen klein erscheinen, zusammengenommen sorgen sie im Alltag jedoch für einen merklich höheren Bedienkomfort.

(Handhabung & Bedienkomfort: 4,5 von 5 Punkten)

Reinigungsleistung im Praxistest

Saugen und Wischen in einem Arbeitsgang

Im Alltag überzeugt der Tineco Floor One S9 Artist Premium mit einer sehr guten Reinigungsleistung. Typische Verschmutzungen wie Staub, Krümel, Erde und kleinere Steinchen werden problemlos aufgenommen und landen zusammen mit den übrigen festen Verschmutzungen im dafür vorgesehenen Bereich des Schmutzbehälters.

Ein vorheriges Staubsaugen ist in den meisten Fällen somit nicht erforderlich. Genau darin liegt für uns einer der größten Vorteile eines solchen Nass-Trockensaugers, denn Saugen und Wischen erfolgen gleichzeitig in nur einem Arbeitsgang.

Auf unseren Feinsteinzeugfliesen zeigte sich die Reinigungsleistung ebenfalls deutlich. Aufgrund ihrer Oberflächenstruktur ist im Alltag teilweise kaum zu erkennen, wie verschmutzt der Boden tatsächlich ist. Hebt man beispielsweise die Schmutzfangmatte im Eingangsbereich an, wird anhand des darunterliegenden Bodens schnell sichtbar, wie viel Schmutz sich bereits angesammelt hat. Der S9 Artist Premium entfernte diesen zuverlässig und kam auch mit stärker anhaftendem Alltagsschmutz gut zurecht.

Eingetrocknete Flecken benötigen mehrere Überfahrten

Auch eingetrocknete Flüssigkeiten wie Kaffee oder Saft stellten in unserem Test kein größeres Problem dar. Bei solchen Verschmutzungen reicht allerdings nicht immer eine einzelne Überfahrt aus. Nach mehrmaligem Vor- und Zurückfahren löste der S9 Artist Premium die Rückstände zuverlässig vom Boden.

Bei Fugen sollte man dagegen keine Wunder erwarten. Diese werden beim Wischen zwar mitgereinigt, stark verschmutzte oder verfärbte Fugen sehen anschließend aber nicht plötzlich wieder wie neu aus. Dafür ist eine gezieltere und intensivere Reinigung notwendig.

Positiv fiel auf, dass der S9 Artist Premium auf unseren getesteten Böden keine störenden Streifen oder Wasserfleckenhinterließ.

Haare wickeln sich nicht um die Walze

Auch bei Haaren überzeugte der S9 Artist Premium. Mittellange Haare wurden in unserem bisherigen Test zuverlässig aufgenommen und landeten anschließend im Schmutzbehälter. Haare, die sich störend um die Reinigungswalze gewickelt haben, konnten wir bislang nicht feststellen.

Das integrierte Schneidsystem zur Vermeidung von Haarverwicklungen erfüllt damit in unserem Alltag zuverlässig seinen Zweck. Gerade bei einem regelmäßig verwendeten Bodenreiniger ist dies praktisch, da die Walze nicht ständig von aufgewickelten Haaren befreit werden muss.

3-Kammer-System überzeugt auch in 180°-Flachlage

Eine Besonderheit des S9 Artist Premium ist die Trennung des aufgenommenen Schmutzes. Das 3-Kammer-Systemsorgt dafür, dass Schmutzwasser und feste Schmutzpartikel getrennt gesammelt werden. Gröbere Verschmutzungen verbleiben im dafür vorgesehenen Bereich, während das Schmutzwasser separat in dem Behälter gesammelt wird.

Gerade in Verbindung mit der 180°-Flachlage ist dieses System wichtig. Selbst wenn wir den S9 Artist Premium nahezu waagerecht unter einem Bett oder Sideboard führten, funktionierten Schmutzaufnahme und Trennung weiterhin zuverlässig. Ein Austreten von Schmutzwasser konnten wir dabei nicht feststellen.

Auto-Modus ist im Alltag unsere erste Wahl

Die meiste Zeit verwenden wir den Auto-Modus. Für die alltägliche Bodenreinigung ist dieser unserer Meinung nach die sinnvollste Einstellung. Der iLoop-Sensor erkennt den Verschmutzungsgrad und passt die Reinigungsleistung entsprechend an. Gleichzeitig zeigt der farbige Statusring an, ob noch stärkerer Schmutz erkannt wird oder der entsprechende Bereich bereits sauberer ist.

Dadurch muss man sich während der normalen Reinigung kaum Gedanken über die passende Einstellung machen. Gerade stärker verschmutzte Stellen lassen sich durch die optische Rückmeldung zudem schnell erkennen und bei Bedarf nochmals überfahren.

Der separate Saugmodus eignet sich dagegen für Situationen, in denen trockener Schmutz, Haare oder Krümel aufgenommen werden sollen, ohne gleichzeitig die normale feuchte Wischfunktion zu verwenden.

22.000 Pa bringen gegenüber dem S7 Stretch nur einen kleinen Unterschied

Mit einer angegebenen Saugleistung von 22.000 Pa bietet der S9 Artist Premium 1.000 Pa mehr als der von uns bereits getestete Floor One S7 Stretch. Auf dem Datenblatt ist das eine Verbesserung, im normalen Alltag fällt der Unterschied allerdings gering aus.

Bei typischen Verschmutzungen ist die höhere Saugleistung höchstens minimal wahrnehmbar. Das ist jedoch weniger als Kritik am S9 Artist Premium zu verstehen, denn bereits der S7 Stretch hatte für gewöhnlichen Alltagsschmutz ausreichend Leistung.

Die deutlich größeren Fortschritte des S9 Artist Premium sehen wir deshalb an anderen Stellen, beispielsweise bei SmoothDrive, der überarbeiteten Tankkonstruktion und dem verbesserten Handling.

Auch nach der Bodenreinigung holt die Selbstreinigung noch einiges heraus

Nach dem Wischen macht die Reinigungswalze auf den ersten Blick häufig bereits einen relativ sauberen Eindruck. Sobald der S9 Artist Premium jedoch zurück auf seiner Station steht und die automatische Selbstreinigung gestartet wird, zeigt sich, dass sich noch weiterer Schmutz aus Walze und Reinigungssystem herausspülen lässt.

Im Anschluss übernimmt die Station auch die Trocknung der Walze mit bis zu 85 °C heißer Luft. Dadurch beschränkt sich die Pflege nach einer normalen Bodenreinigung auf vergleichsweise wenige Handgriffe.

Wie gut Selbstreinigung und Trocknung tatsächlich funktionieren und was trotzdem noch von Hand gereinigt werden muss, behandeln wir im nächsten Abschnitt „Selbstreinigung & Wartung“ ausführlich.

(Reinigungsleistung im Praxistest: 4 von 5 Punkten)

Selbstreinigung & Wartung

Selbstreinigung auf Knopfdruck

Nach der Bodenreinigung wird der Tineco Floor One S9 Artist Premium einfach zurück auf seine Station gestellt. Über die obere Taste am Griff lässt sich anschließend die automatische Selbstreinigung starten. Auch die Sprachansage weist auf die entsprechende Funktion hin.

Wichtig ist, dass sich noch ausreichend Frischwasser im Tank befindet, da dieses für den Reinigungsvorgang benötigt wird. Anschließend übernimmt der S9 Artist Premium den Großteil der Arbeit selbst. In unserem Test dauert der Vorgang insgesamt ungefähr 10 Minuten.

Dabei wird nicht nur oberflächlich die Walze mit 85°C heißem Wasser gespült. Das Reinigungssystem wird ebenfalls durchgespült und das dabei entstehende Schmutzwasser anschließend im Schmutzwassertank gesammelt.

Trocknung verhindert unangenehme Gerüche

Nach der Reinigung folgt automatisch die Trocknung. Dabei wird die Bürstenwalze immer wieder gedreht, sodass sie möglichst gleichmäßig von der bis zu 85 °C heißen Luft erreicht wird.

Das Ergebnis überzeugt. Nach Abschluss des Vorgangs fühlt sich die Walze sehr trocken an. Während unseres bisherigen Tests entstanden dadurch auch keine unangenehmen Gerüche. Gerade bei einer dauerhaft feuchten Reinigungswalze wäre dies auf Dauer ein Problem. Die automatische Trocknung ist für uns daher keineswegs nur eine Funktion fürs Datenblatt, sondern bietet einen echten praktischen Mehrwert.

Eine zusätzliche Reinigung der Walze von Hand war während unseres bisherigen Tests nicht erforderlich.

Ein wenig Handarbeit bleibt trotzdem

Ganz ohne manuelle Pflege kommt allerdings auch der S9 Artist Premium nicht aus. Nach der Selbstreinigung sollte der Schmutzwassertank entleert und ausgespült werden. Dank der Trennung lassen sich gröbere bzw. feste Verschmutzungen einfach über den Hausmüll entsorgen, während das Schmutzwasser separat entleert werden kann.

Auch auf der Station kann sich mit der Zeit ein leichter Schmutzfilm bilden. Der Aufwand hält sich allerdings in Grenzen. Bei uns reicht es aus, die entsprechenden Bereiche gelegentlich, etwa einmal im Monat, mit einem feuchten Tuch abzuwischen.

Insgesamt benötigen wir für die manuelle Nachbereitung nach einer Reinigung ungefähr fünf bis maximal zehn Minuten. Der größte Teil der Reinigung von Walze und internem System wird schließlich automatisch erledigt.

Etwas lauter, dafür vollautomatisch

Während der Selbstreinigung arbeitet der S9 Artist Premium etwas lauter als beim normalen Wischen. Da man währenddessen allerdings nicht am Gerät bleiben muss, empfanden wir dies nicht als störend.

Über die Tineco-App lässt sich festlegen, ob die Selbstreinigung nur mit Frischwasser oder zusätzlich mit Reinigungslösung erfolgen soll. Eine automatische Dosierung des Reinigungsmittels besitzt der S9 Artist Premium allerdings nicht. Möchte man die Reinigungslösung verwenden, muss diese zuvor manuell in der entsprechenden Menge in den Frischwassertank gegeben werden.

Ist die Selbstreinigung einmal gestartet, läuft der weitere Vorgang einschließlich der anschließenden Trocknung vollständig automatisch ab. Zusätzliche Einstellungen für die Trocknung sind weder notwendig noch vorgesehen.

Insgesamt reduziert die Kombination aus automatischer Selbstreinigung und Trocknung den Pflegeaufwand deutlich. Ganz wartungsfrei ist der S9 Artist Premium natürlich nicht, insbesondere Schmutzwassertank und gelegentlich auch die Station benötigen weiterhin etwas Aufmerksamkeit. Die zeitaufwendigere Reinigung von Walze und internem System nimmt einem das Gerät jedoch weitgehend ab.

(Selbstreinigung & Wartung: 4 von 5 Punkten)

Akku & Laufzeit

Rund 45 Minuten im Auto-Modus

Im von uns am häufigsten genutzten Auto-Modus erreicht der Tineco Floor One S9 Artist Premium in der Praxis durchschnittlich rund 45 Minuten Laufzeit. Je nachdem, wie viel Schmutz der iLoop-Sensor erkennt und wie stark Saugleistung und Wassermenge daraufhin angepasst werden, bewegte sich die Laufzeit in unserem Test zwischen ungefähr 40 und 50 Minuten.

Im Max-Modus fällt der Energiebedarf aufgrund der höheren Leistung entsprechend größer aus. Hier reduziert sich die Laufzeit bei uns auf etwa 30 Minuten.

Die verbleibende Akkukapazität wird während der Nutzung übersichtlich angezeigt und passt sich laufend an die aktuelle Nutzung an. Zusätzlich machen die Sprachansagen rechtzeitig auf einen niedrigen Akkustand und andere relevante Zustände aufmerksam.

Rund 80 bis 90 m² sind realistisch

Rein rechnerisch ließe sich mit einer Akkuladung eine deutlich größere Fläche bearbeiten, wenn jede Stelle lediglich einmal überfahren würde. In einem realistischen Reinigungsszenario fährt man über stärker verschmutzte Bereiche allerdings zwei- oder mehrmals.

Aus unseren bisherigen Erfahrungen halten wir deshalb eine tatsächliche Reinigungsfläche von ungefähr 80 bis 90 m² mit einer Akkuladung für einen realistischen Wert. Reinigen wir beispielsweise lediglich zwei Räume und den Flur im Eingangsbereich, verbleiben anschließend häufig noch rund 30 bis 40 Prozent Akkukapazität.

Interessant ist zudem, dass die Reichweite des Frischwassertanks ungefähr zur Akkulaufzeit passt. Je nach Verschmutzungsgrad und entsprechend höherem Wasserverbrauch kann es allerdings vorkommen, dass bereits vorher Frischwasser nachgefüllt werden muss.

4,5 Stunden Ladezeit erfordern Geduld

Weniger überzeugend fällt die Ladegeschwindigkeit aus. Ein vollständig entladener Akku benötigt bei uns ungefähr 4,5 Stunden, bis wieder 100 Prozent erreicht sind. Eine Schnellladefunktion gibt es nicht.

Kurze Zwischenladungen bringen daher nur einen begrenzten Vorteil. Wer den S9 Artist Premium beispielsweise für 30 Minuten auf die Station stellt, gewinnt lediglich einige zusätzliche Minuten Reinigungszeit.

Im normalen Alltag fällt das weniger ins Gewicht, da der Bodenreiniger nach getaner Arbeit ohnehin wieder auf seiner Station landet und dort bis zum nächsten Einsatz laden kann. Möchte man allerdings eine sehr große Fläche am Stück reinigen, kann die lange Ladezeit störend sein. Bei größeren Häusern bietet es sich gegebenenfalls an, die Reinigung von Erd- und Obergeschoss zeitlich aufzuteilen.

Fest verbauter Softpack-Akku

Einen Kritikpunkt sehen wir beim fest verbauten Akku. Ein leerer Akku kann somit nicht einfach gegen einen zweiten, vollständig geladenen Akku ausgetauscht werden. Gerade in Verbindung mit der langen Ladezeit wäre ein Wechselakku für besonders große Flächen praktisch.

Tineco setzt beim S9 Artist Premium auf einen Beutelzellen-Akku, der laut Hersteller auf eine hohe Lebensdauer ausgelegt sein soll. Ob sich dieser Vorteil auch nach mehreren Jahren regelmäßiger Nutzung bemerkbar macht, können wir nach unserem bisherigen Testzeitraum selbstverständlich noch nicht beurteilen.

Eine auffällige Wärmeentwicklung beim Laden konnten wir nicht feststellen. Gegenüber dem von uns getesteten S7 Stretch fällt die praktische Laufzeit insgesamt ähnlich aus. Die großen Fortschritte des S9 Artist Premium liegen somit auch hier weniger in einer erheblich längeren Laufzeit als vielmehr in anderen Bereichen des Geräts.

(Akku & Laufzeit: 3,5 von 5 Punkten)

Bedienung & App

Alle wichtigen Funktionen direkt am Griff

Die Bedienung des Tineco Floor One S9 Artist Premium ist unkompliziert und bereits ohne Smartphone vollständig alltagstauglich. Direkt am Griff befindet sich zunächst die Ein-/Ausschalttaste. Über eine weitere Taste kann zwischen den verschiedenen Reinigungsmodi gewechselt werden. Nach dem Einschalten startet der S9 Artist Premium standardmäßig im Auto-Modus, den wir auch während unseres Tests überwiegend verwendet haben. Der Wechsel in die anderen Betriebsarten erfolgt unmittelbar und ohne störende Verzögerung.

Ganz oben am Griff befindet sich zusätzlich die Taste für die automatische Selbstreinigung. Sobald der S9 Artist Premium nach dem Wischen wieder auf seiner Reinigungsstation steht, lässt sich der Vorgang darüber direkt starten.

Auf der Rückseite des Griffs gibt es zudem eine weitere Taste für Funktionen rund um WLAN und Sprachansagen. Da wir diese Einstellungen über die App vorgenommen haben, benötigten wir sie im Alltag kaum. Praktisch ist sie dennoch, da sich wichtige Grundeinstellungen damit auch ohne Smartphone vornehmen lassen.

Display liefert alle wichtigen Informationen

Sehr gut gefällt uns das direkt in den Griff integrierte Display. Der verbleibende Akkustand wird exakt in Prozentangezeigt. Zusätzlich informiert die Anzeige über den aktuell gewählten Reinigungsmodus und den WLAN-Status.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Status- und Warnhinweise. Das Display informiert beispielsweise darüber, wenn eine Selbstreinigung durchgeführt werden sollte oder der S9 Artist Premium in die 180°-Flachlage gebracht wurde. Während der Trocknung auf der Station erscheint zudem die entsprechende Bürstenrollen-Trocknungsanzeige.

Auch Probleme werden direkt signalisiert. Dazu zählen beispielsweise eine blockierte Reinigungswalze, ein leerer Frischwassertank oder ein voller Schmutzwassertank. In Verbindung mit den Sprachansagen weiß man somit ziemlich genau, was das Gerät gerade macht oder welche Handlung erforderlich ist.

Die Ablesbarkeit überzeugte uns ebenfalls. Unabhängig davon, ob wir bei hellerem Tageslicht oder in dunklerer Umgebung gereinigt haben, konnten wir die Informationen gut erkennen.

Tineco-App bietet zusätzliche Einstellungen

Noch mehr Möglichkeiten bietet die Tineco-App. Bereits auf der Startseite lässt sich unter anderem der aktuelle Akkustand einsehen, ob das Gerät gerade geladen wird und wann die letzte Reinigung stattgefunden hat. Auch ein Reinigungsverlauf steht zur Verfügung.

Interessanter sind jedoch die zusätzlichen Geräteeinstellungen. So lassen sich beispielsweise Max- und Saugmodus individuell konfigurieren und unter anderem Saugkraft und Wasserabgabe anpassen. Auch die Laufgeschwindigkeit der Rollen kann verändert werden. Wir sind hier allerdings bei der Werkseinstellung geblieben, da diese für uns bereits gut abgestimmt ist.

Zusätzlich können die Sprache der Ansagen sowie deren Lautstärke angepasst und das Produkthandbuch direkt aufgerufen werden. Die App selbst lief während unseres Tests flüssig, reagierte schnell und bereitete uns keine Verbindungsprobleme.

App ist praktisch, aber kein Muss

Gerade zu Beginn lädt die App dazu ein, verschiedene Einstellungen und Reinigungsmodi auszuprobieren. Nach einiger Zeit nimmt ihre Bedeutung im Alltag allerdings deutlich ab. Da wir überwiegend den gut funktionierenden Auto-Modus verwenden, öffnen wir die App inzwischen nur noch selten.

Das sehen wir eher als Vorteil, der S9 Artist Premium ist nicht von der App abhängig. Grundlegende Funktionen und selbst Einstellungen rund um die Sprachansagen lassen sich direkt am Gerät vornehmen. Für weitergehende Anpassungen der Reinigungsmodi und die Reinigungsstatistiken wird dagegen die App benötigt.

Damit eignet sich der Bodenreiniger auch für Nutzer, die möglichst wenig mit Smartphone-Apps zu tun haben möchten. Auch Personen, die technisch weniger versiert sind, sollten mit der grundlegenden Bedienung schnell zurechtkommen. Die App erweitert den Funktionsumfang, drängt sich im Alltag aber erfreulicherweise nicht auf.

(Bedienung & App: 4 von 5 Punkten)

Tanks & Verbrauch

Tankgrößen passen gut zum Gesamtkonzept

Der Tineco Floor One S9 Artist Premium verfügt über einen 880 ml großen Frischwassertank und einen 750 ml fassenden Schmutzwassertank. Diese Größen haben sich in unserem Alltag als gut gewählt erwiesen. Größere Tanks würden zwar die Reichweite erhöhen, gleichzeitig aber auch zusätzliches Gewicht mit sich bringen.

Bei unserer üblichen, gründlichen Reinigung reicht eine Frischwasserfüllung ungefähr für die bereits erwähnten 80 bis 90 m². Wer schneller arbeitet und einzelne Bereiche nur einmal überfährt, kann entsprechend größere Flächen reinigen.

In der Praxis wird bei uns normalerweise zuerst der Frischwassertank leer. Das ist nachvollziehbar, da kontinuierlich Frischwasser für die Reinigung bereitgestellt wird, während die Walze abgestreift und das aufgenommene Schmutzwasser separat gesammelt wird.

Wasserabgabe passt sich der Verschmutzung an

Im Auto-Modus reguliert der S9 Artist Premium die Wasserabgabe abhängig vom erkannten Verschmutzungsgrad. Erkennt das Gerät stärkeren Schmutz, steigt dadurch auch der Wasserverbrauch etwas an. In unserem Test blieb dieser zusätzliche Verbrauch allerdings in einem vernünftigen Rahmen.

Auf dem Boden verbleibt nach dem Wischen lediglich ein gleichmäßiger, leichter Feuchtigkeitsfilm. Bei guter Luftzirkulation trocknen die gereinigten Flächen entsprechend schnell. Störende Rückstände oder Schlieren konnten wir weder auf unseren Fliesen noch auf dem Parkett feststellen.

Ist der Frischwassertank leer oder der Schmutzwassertank voll, macht der S9 Artist Premium rechtzeitig über seine Anzeigen und Sprachhinweise darauf aufmerksam.

Im Vergleich zum von uns getesteten Floor One S7 Stretch konnten wir beim Wasserverbrauch keinen wesentlichen Unterschied feststellen.

500 ml Reinigungslösung reichen für zahlreiche Füllungen

Tineco legt dem S9 Artist Premium 500 ml Reinigungslösung bei. Pro vollständig gefülltem Frischwassertank verwenden wir maximal etwa 15 ml beziehungsweise eine kleine Verschlusskappe.

Damit reichen 500 ml rechnerisch für ungefähr 33 vollständige Tankfüllungen. Bei einer von uns realistisch eingeschätzten Reichweite von 80 bis 90 m² pro Füllung entspricht das theoretisch mehr als 2.600 m² gereinigter Bodenfläche. In der Praxis hängt der tatsächliche Verbrauch natürlich stark davon ab, wie gründlich gereinigt wird und wie häufig einzelne Bereiche überfahren werden.

Die Dosierung über die Verschlusskappe ist simpel, funktioniert aber problemlos. Eine aufwendigere automatische Dosierung vermissen wir hier nicht. Das Reinigungsmittel hinterließ während unseres Tests zudem keine sichtbaren Rückstände oder Schlieren.

Schmutzwassertank nach jeder Reinigung leeren

Nach jeder Nutzung sollte der Schmutzwassertank geleert und ausgespült werden. Das ist bei einem Nass-Trockensauger besonders wichtig. Bleiben Schmutzwasser und aufgenommene Verschmutzungen längere Zeit im geschlossenen Behälter, können sich schnell unangenehme Gerüche entwickeln.

Die Reinigung gestaltet sich unkompliziert. Mit Wasser und der mitgelieferten langen Reinigungsbürste lassen sich die entsprechenden Bereiche gut erreichen.

Insgesamt halten wir die Tankgrößen des S9 Artist Premium für gut auf Laufzeit, Reinigungsleistung und Gewicht abgestimmt. Größere Behälter wären für besonders große Flächen zwar praktisch, würden das ohnehin nicht gerade leichte Gerät jedoch zusätzlich schwerer machen.

(Tanks & Verbrauch: 4 von 5 Punkten)

TEIL 3

bestehend aus „Preis/Leistung“ entspricht 10% der Gesamtwertung

Beschreibung

Die von Tineco beworbenen Funktionen konnten in unserem Praxistest weitgehend überzeugen. SmoothDrive erleichtert die Führung des Geräts spürbar, die 180°-Flachlage ermöglicht die Reinigung unter niedrigen Möbeln und auch die 3-Kammer-Schmutzwassertrennung funktioniert dabei zuverlässig. Ebenso überzeugte das System gegen Haarverwicklungen: Mittellange Haare landeten bei uns im Schmutzbehälter, anstatt sich um die Walze zu wickeln. Auch die automatische Selbstreinigung samt anschließender Heißlufttrocknung erfüllt ihren Zweck und verhinderte während unseres Tests unangenehme Gerüche.

Etwas relativieren muss man die beworbene Kantenreinigung. Vollständig bis an die Wand reicht die Walze nicht. In unserem Test blieben seitlich etwa 6 beziehungsweise 9 bis 10 mm und beim frontalen Heranfahren aufgrund der Bauform rund 3 cm ungereinigt.

Auch die maximale Akkulaufzeit ist als Optimalwert zu verstehen. Im alltäglichen Auto-Modus erreichten wir abhängig vom Verschmutzungsgrad 40 bis 50 Minuten, durchschnittlich rund 45 Minuten. Da der S9 Artist Premium Leistung und Wasserabgabe automatisch an die erkannte Verschmutzung anpasst, kann die Laufzeit entsprechend variieren.

Insgesamt treffen die wesentlichen Werbeversprechen von Tineco damit auch in der Praxis zu. Einige Angaben wie die maximale Laufzeit oder Kantenreinigung sollte man jedoch unter den entsprechenden Idealbedingungen beziehungsweise konstruktiven Einschränkungen betrachten.

Preis/Leistung

Zum Marktstart lag die UVP des Tineco Floor One S9 Artist Premium bei 899 Euro, mittlerweile ist er bereits für rund 450 Euro erhältlich. Zu diesem Preis fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich attraktiver aus. Der von uns ebenfalls getestete Floor One S7 Stretch ist aktuell allerdings nochmals rund 190 Euro günstiger.

Bei der eigentlichen Reinigungsleistung liegen beide Geräte unserer Erfahrung nach nah beieinander. Der Mehrpreis des S9 Artist Premium fließt daher vor allem in den höheren Bedienkomfort, das elegantere Design und zahlreiche Detailverbesserungen. Besonders SmoothDrive macht im direkten Vergleich einen spürbaren Unterschied. Hinzu kommen unter anderem der einfacher zu befüllende Frischwassertank, der überarbeitete Schmutzwassertank und das besser positionierte Display.

Wer bereits einen S7 Stretch besitzt, muss unserer Meinung nach nicht allein wegen des S9 Artist Premium wechseln. Bei einem Neukauf würden wir den Aufpreis hingegen in Betracht ziehen, wenn einem SmoothDrive und der zusätzliche Bedienkomfort wichtig sind. Der S7 Stretch bleibt die preisbewusstere Wahl mit ähnlich guter Reinigungsleistung.

Einen austauschbaren Akku hätten wir uns beim S9 Artist Premium dennoch gewünscht. Gerade langfristig wäre es kundenfreundlicher, einen verschlissenen oder defekten Akku unkompliziert ersetzen zu können. Zum aktuellen Straßenpreis von rund 450 Euro bietet der S9 Artist Premium insgesamt aber ein überzeugendes Gesamtpaket.

Tineco Floor S9 Artist Premium

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testr Gesamtwertung

unter Berücksichtigung aller Teilwertungen

 Wir bedanken uns beim Hersteller für die Bereitstellung des Produktes. Zu unseren Grundsätzen

Link zum Hersteller: tineco.com/de

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