Zum Hauptinhalt springen

Leseliste

0

Leseliste wird geladen …

DJI Osmo Pocket 4P

In aller Kürze

Testergebnis

4,3

von 5

Mit der DJI Osmo Pocket 4P erweitert DJI seine kompakte Pocket-Serie um ein Spitzenmodell mit einem Twist: Einer zweiten Kamera. Das grundlegende Konzept bleibt dabei erhalten: Eine kompakte Kamera mit mechanischem 3-Achsen-Gimbal.

Der größte Unterschied zur Osmo Pocket 4 befindet sich direkt auf dem Gimbal. Statt nur einer Kamera besitzt die Pocket 4P zwei eigenständige Kameramodule. Neben der bekannten Weitwinkelperspektive mit 20 mm Kleinbildäquivalent kommt erstmals ein echtes 60-mm-Tele-Kamera hinzu. (Wenn man genau sein will kann man es wohl Mittel-Tele nennen). Damit eignet sich die Pocket 4P nicht mehr nur für Vlogs, Landschaften und weitwinklige Reiseaufnahmen, sondern deutlich besser für Porträts, Detailaufnahmen oder etwas weiter entfernte Motive.

Auch die Hauptkamera wurde überarbeitet. Der neue 1-Zoll-CMOS-Sensor arbeitet mit LOFIC-Technologie und erreicht laut DJI im neuen D-Log-2-Profil einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen. Das zweite Kameramodul kombiniert einen 1/1,28-Zoll-Sensor mit einer lichtstarken f/1.8-Optik und 60 mm Brennweite. Hinzu kommen Videoaufnahmen mit bis zu 4K und 60 Bildern pro Sekunde, Zeitlupen mit bis zu 4K/240 fps, ActiveTrack 8.0, 103 GB interner Speicher und ein drehbarer 2-Zoll-Touchscreen.

Insgesamt verspricht die DJI Osmo Pocket 4P damit eine der vielseitigsten derzeit erhältlichen Pocket-Gimbal-Kameras zu sein. Besonders die zweite Brennweite behebt einen der größten Kritikpunkte der regulären Pocket 4.

Das gefällt uns

  • Sehr gute Videoqualität
  • Sehr gute Stabilisierung
  • echtes zweites 60 mm-Kameramodul
  • 103 GB integrierter Speicher
  • 10-Bit D-Log 2 & 10-Bit D Log

Das gefällt uns weniger

  • Kein Schutz gegen Wasser & Staub
  • Kürzere Akkulaufzeit als die Pocket 4
  • 10-Bit D-Log 2 nur bei Weitwinkelkamera

Zum Angebot bei

TEIL 1

Bestehend aus „Verpackung/Design/Verarbeitung“ entspricht 25% der Gesamtwertung

Verpackung

Die DJI Osmo Pocket 4P wird in einer, weißen und kompakten gestalteten Verpackung geliefert. Bereits auf der Verpackung wird klar, was das wichtigste neue Merkmal des 4P-Modells ist: Auf dem mechanisch stabilisierten Gimbal sitzen erstmals zwei Kameramodule. Die Rückseite der Verpackung listet die wichtigsten Funktionen auf und macht gleichzeitig auf dden Verpackungsinhalt aufmerksam.

DJI bietet die Kamera unter anderem als Standard Combo und als umfangreichere Vlog Combo an. Hierbei handelt es sich um die Vlog Combo.

Hier findet sich in der Zubehörliste unter anderem ein DJI Mic Mini 2 Sender, ein Mini-Stativ und der neue Osmo FrameTap. Der Osmo FrameTap ist eine kleine externe Fernbedienung mit Display, über die sich das Kamerabild kontrollieren und derGimbal aus der Entfernung bedienen lässt.

Im Inneren der Verpackung sind Zwei Taschen, wobei in der größeren Transporttasche, die Kamera und Zubehör getrennt voneinander untergebracht sind.

Für den Transport ist eine kleine Aufbewahrungstasche inkludiert für kleine Einzelteile und den Osmo Pocket 4P. Ebenfalls mit an Bord ist eine etwas größere Transporttasche, die innen leicht gepolstert ist und neben der Kamera auch Platz für Zubehör wie einen Akkupack, das Mini-Stativ, das Mikrofon etc. hat.

Die einzelnen Zubehörteile sind ordentlich verpackt man verwendet allerdings für fast jedes Teil – wie auch beim kleineren Bruder – eine Kunststoff-Hülle. Dies könnte der Umwelt zulieb reduziert werden – denken wir.

(Verpackung: 3,5 von 5 Punkten)

Design

ein schmales Handstück, darüber ein motorisierter 3-Achsen-Gimbal und darunter ein drehbarer Touchscreen mit physischen Bedienelementen.

Die größte Designänderung fällt allerdings sofort ins Auge. Das Gimbal-Modul ist deutlich breiter geworden, da nun zwei vollständige Kameras nebeneinander untergebracht werden müssen. Hierbei handelt es sich zum einen um eine Weitwinkelkamera mit einem 1-Zoll-CMOS Sensor und einer Brennweite von 20 mm mit einer Blende von f/2.0 . Daneben (jenachdem ob man im eigeschaltenen oder geschlossenen Zustand darauf schaut) sitzt die besagt neue Mittel-Tele Kamera mit einer 60 mm Brennweite und einem 1/1,28 Zoll Sensor und einer f/1.8 Blende.

Mit rund 230 Gramm ist die Osmo Pocket 4P merklich schwerer als die rund 190 Gramm schwere Pocket 4. Mit ungefähr 160 × 63 × 34 Millimetern ist insbesondere der obere Bereich der Kamera deutlich breiter geworden.

Trotzdem bleibt die Kamera ausgesprochen kompakt. Sie passt weiterhin problemlos in eine Jackentasche oder eine kleinere Umhängetasche. In einer engen Hosentasche ist die normale Pocket 4 allerdings etwas angenehmer.

Der drehbare 2-Zoll-OLED-Touchscreen am Handgriff bleibt bestehen. Die Auflösung beträgt 556 × 314 Pixel und die maximale Helligkeit 1.000 Nits. Für einen derart kleinen Bildschirm ist die Darstellung ausreichend scharf und auch im Freien meist gut ablesbar. Mit dem drehen des Displays kann die Kamera automatisch ein- und ausgeschalten werden bzw. zwischen horizontaler und vertikaler Ausrichtung gewechselt werden.

Unter dem Display befinden sich der 5D-Joystick und zwei weitere Tasten. Besonders praktisch ist die Zoomtaste. Ein Druck wechselt direkt zwischen 1× und 3× – also zwischen der Weitwinkel- und der Telekamera. Durch weitere Bedienmöglichkeiten sind auch stärkere Zoomstufen erreichbar. Gerade durch die zweite Kamera ist diese Taste bei der Pocket 4P deutlich wichtiger geworden als noch bei der regulären Pocket 4

An der Seite befinden sich der USB-C-Anschluss und der geschützte Steckplatz für eine microSD-Speicherkarte. Die Oberseite des Gimbals besitzt eine magnetische Schnittstelle für Zubehör (bspw. ein Licht für aufnahmen im dunkeln).

Das Design ist insgesamt funktional und durchdacht. Die zusätzliche Kamera macht die Pocket 4P allerdings sichtbar kopflastiger. Ob das im Alltag stört, hängt stark davon ab, wie lange man die Kamera am Stück verwendet.

(Design: 4 von 5 Punkten)

Verarbeitung

Die Verarbeitung der DJI Osmo Pocket 4P gibt bewegt sich, wie auch bei der Osmo Pocket 4 auf einem hohen Niveau. Das Kunststoffgehäuse wirkt sauber gefertigt und ausreichend verwindungssteif. Die leicht strukturierte Oberfläche bietet einen sicheren Halt und ist weniger anfällig für Fingerabdrücke als eine vollständig glatte Hochglanzoberfläche. Auch heir ist der drehbare Bildschirm von guter Qualität und wirkt stabil mit einem klar definierten Widerstand.

Der empfindlichste Bereich bleibt selbstverständlich der Gimbal. Durch das größere Dual-Kamera-Modul wirkt dieser bei der Pocket 4P sogar noch etwas massiver als beim normalen Modell. Im Gegensatz zum Osmo Pocket 4 wo es eine magnetische Gimbal Klemme gab, besitzt der DJI Osmo Pocket 4P eine Achsensperre. Dies ist einerseits gut, weil durch das verlieren oder vergessen der Kopf trotzdem geschützt und gesperrt ist. Andererseits zeigen jetzt die Objektive nach außen und nicht mehr „geschützt“ nach innen.

Umso wichtiger ist es also den Pocket 4P nicht ungeschützt zwischen Schlüsseln, Ladegeräten oder anderen harten Gegenständen lose in einem Rucksack transportieren. Der Grund ist klar: durch die zwei Objektive steigt auch die potenzielle Fläche für Kratzer oder Fingerabdrücke. Eine passende Transporttasche beziehungsweise ein Schutz des Kameramoduls ist deshalb fast noch wichtiger als bei den Vorgängermodellen mit einer Kamera.

Der fest integrierte Akku kann nicht vom Nutzer gewechselt werden. Für besonders lange Drehtage bietet DJI einen zusätzlichen Akkugriff an, der gleichzeitig die Grifffläche vergrößert/verlängert.

Insgesamt ist die Verarbeitung aber auf einen hohen Niveau.

(Verarbeitung: 4,5 von 5 Punkten)

TEIL 2

bestehend aus „Funktion des Produktes“ entspricht 65% der Gesamtwertung

Artkompakte Dual-Kamera mit 3-Achsen-Gimbal
KategorieVideo- und Vlogging-Kamera
FarbeSchwarz
Haupt-Kamera20 mm Kleinbildäquivalent, neuer 1-Zoll-CMOS, f/2.0 – 9 cm bis 
Tele-Kamera60 mm Kleinbildäquivalent, 1/1,28-Zoll-CMOS, f/1.8 – 20 cm bis 
AuflösungFoto: bis 37 Megapixel
Video (horizontal): bis 4K (60 fps)
Video (vertikal): bis 3K (60 fps)
Zeitlupe Haupt-Kamera: bis 4K mit 240 fps
Zeitlupe Tele-Kamera: bis 4K mit 200 fps
Farbprofil10-Bit-D-Log 2, 10-Bit-D-Log, D-Log M, HLG sowie Standard- und verschiedene Farblooks (z. B. Normal, Vivid, Portrait)
Dynamikumfang17 Blendstufen in D-Log 2 (Haupt-Kamera)
Stabilisierungmechanischer 3-Achsen-Gimbal
TrackingActiveTrack 8.0
Display2 Zoll OLED, drehbar – bis zu 1.000 Nits
Speicher107 GB (intern) + microSD bis zu 1TB
Mikrofonedrei integrierte Mikrofone
KonnektivitätUSB-C, WLAN, Bluetooth 5.4
Akku1.545 mAh (fest verbaut), ca. 210 min Laufzeit
Gewicht230,5 g
Abmessungen160 × 63 × 34 mm
LieferumfangDJI Osmo Pocket 4P, DJI Mic Mini 2 Sender, Mini-Stativ, magnetisches Fülllicht, USB-C-Kabel, Handschlaufe, Griff mit 1/4Zoll Gewinde, Osmo FrameTab (Fernbedienung), Transporttasche, Zusatz-Akku

Bedienung

Eine Große Stärke bleibt auch beim Osmo Pocket 4P die unkomplizierte Bedienung

Soll heißen: Display drehen und Kameraist innerhalb weniger Sekunden eingeschaltet und kann verwendet werden. Die wichtigsten Funktionen werden direkt über den Touchscreen aufgerufen. Durch Wischbewegungen von den Bildschirmrändern lassen sich Aufnahmemodus, Auflösung, Bildrate, Belichtung, Fokus, Farbprofil, Gimbal-Modus und weitere Einstellungen anpassen.

Die Menüstruktur ist grundsätzlich logisch aufgebaut. Aufgrund des kleinen Displays benötigt man anfangs dennoch etwas Zeit, um sich die verschiedenen Wischgesten und Positionen der Einstellungen zu merken. Besonders umfangreiche Einstellungen sind über ein Smartphone komfortabler vorzunehmen.

Der 5D-Joystick erleichtert die präzise Ausrichtung des Gimbals. Die Kamera kann damit nach oben, unten, links und rechts bewegt werden. Durch mehrfaches Drücken lassen sich die Kamera neu zentrieren oder zwischen Front- und Selfie-Ausrichtung wechseln.

Besonders interessant ist bei der Pocket 4P die Zoomsteuerung. Mit einem Tastendruck lässt sich unmittelbar von 1× auf 3× wechseln. Das entspricht dem Wechsel von der 20-mm-Weitwinkelkamera zur 60-mm-Telekamera. Dies ist durchaus spannender und sinnvoller als ein rein digitaler Zoom. Natürlich gibt es aber zwischen und oberhalb dieser Brennweiten, weiterhin digitalen Zoom.

Eine gewisse Lernkurve bleibt auch beim Osmo Pocket 4P vorhanden. Die Einstellungen können zu Beginn überfordern und an die Steuerung des Gimbals muss man sich gewöhnen bzw. ein Gefühl dafür bekommen,

Auch die Frage, wann 20 mm und wann 60 mm die bessere Wahl sind, benötigt etwas Erfahrung. Genau das macht die Pocket 4P aber gleichzeitig interessanter: Man besitzt erstmals tatsächlich unterschiedliche Möglichkeiten der Bildgestaltung.

Zur erstmaligen Einrichtung wird weiterhin die DJI-Mimo-App benötigt. WLAN und Bluetooth müssen am Smartphone aktiviert sein und die Kamera wird anschließend über die App freigeschaltet. Danach kann die Pocket 4P grundsätzlich eigenständig verwendet werden.

Insgesamt ist die Bedienung nach kurzer Eingewöhnung und Lernphase recht intuitiv. Auch Einsteiger können gute Ergebnisse erzielen.

(Bedienung: 4 von 5 Punkten)

Bild- und Videoqualität

Der wohl interessanteste Aspekt der neuen DJI Osmo Pocket 4P ist die Bildqualität, denn genau hier wurden gleich beide Kameramodule gegenüber dem bisherigen Konzept erweitert beziehungsweise ergänzt.

20 mm Haupt-Kamera

Die Hauptkamera verwendet weiterhin einen vergleichsweise großen 1-Zoll-Sensor und eine 20 mm Brennweite mit f/2.0. Der Sensor selbst wurde für die Pocket 4P allerdings überarbeitet und arbeitet nun mit LOFIC-Technologie. DJI gibt im neuen D-Log-2-Profil einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen an (Vergleich 14 Blendstufen). Das ist für eine derart kompakte Kamera ein beachtlicher Wert.

Die 20-mm-Perspektive eignet sich weiterhin besonders gut für Reisen, Landschaften, Innenräume, Gruppen und klassische Selfie-Aufnahmen (vulgo: Vlogs).

Bei Tageslicht liefert die Haupt-Kamera sehr detailreiche 4K-Aufnahmen. Besonders interessant ist der verbesserte Dynamikumfang bei kontrastreichen Szenen, wie beispielsweise viel Gegenlicht etc.

D-Log 2

Neu ist das professionelle D-Log-2-Profil. Dabei handelt es sich um ein 10-Bit-Log-Profil, das möglichst viele Informationen in den hellen und dunklen Bildbereichen erhalten soll. Direkt aus der Kamera wirkt das Material entsprechend flach und kontrastarm. Die Vorteile zeigen sich erst bei der Nachbearbeitung, beispielsweise in Adobe Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Final Cut Pro.

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: D-Log 2 mit 10 Bit steht nur bei , also mit der Weitwinkelkamera, zur Verfügung. Wer keine umfangreiche Farbkorrektur durchführen möchte – dazu zähle ich mich bei vielen schnellen Alltagsvideos ebenfalls – kann weiterhin auf das normale Farbprofil oder auf verschiedene integrierte Filmlooks zurückgreifen. Hat man aber die Zeit und das Erfahrung mit diesen Farbprofilen zu arbeiten, eröffnen sich faszinierende Möglichkeiten.

Die Pocket 4P bietet unter anderem mehrere vorgefertigte Looks wie Movie, Retro, Pastel oder Warm Tone. Damit lässt sich bereits direkt aus der Kamera ein etwas stärker bearbeiteter Look erzielen.

60-mm-Telekamera

Die eigentlich spannendste Neuerung ist meiner Meinung nach aber die zweite Kamera. Sie verwendet einen 1/1,28-Zoll-CMOS-Sensor in Kombination mit einer 60-mm-Optik und einer Blende von f/1.8.

Der Unterschied zur 20-mm-Hauptkamera ist erheblich. Während die Weitwinkel-Kamera viel Umgebung zeigt und Gesichter bei kurzen Aufnahmeabständen etwas weitwinklig wirken können, ist 60 mm eine wesentlich klassischere Brennweite für Menschen, Porträts und Detailaufnahmen. Das Gesicht wirkt natürlicher und man muss einer Person nicht mehr mit der Kamera unmittelbar vor dem Gesicht stehen, um einen engeren Bildausschnitt zu erhalten.

Gleichzeitig sorgt die Kombination aus längerer Brennweite und f/1.8 für eine sichtbar stärkere natürliche Hintergrundunschärfe. Genau das ist ein Bereich, in dem sich die Pocket 4P deutlich stärker absetzt. Auch Produktaufnahmen, Essen, Pflanzen, Tiere oder architektonische Details sollten von der zweiten Kamera profitieren.

Der entscheidende Vorteil gegenüber der normalen Pocket 4: Entfernte Motive werden nicht einfach digital vergrößert. Die 60-mm-Kamera besitzt einen eigenen Sensor und ein eigenes Objektiv.

Zwischen den beiden Kameras kann direkt während der Aufnahme gewechselt werden.

Natürlich müsst ihr beachten, dass der Übergang zwischen 20 und 60 mm nicht komplett unauffällig funktioniert. Die Perspektive ändert sich leicht. Beispielsweise seht ihr diesen Umschalteffekt direkt im nächsten Video. Dies braucht ebenso eine Eingewöhnungsphase.

Zoom

Mit der zweiten Kamera verbessert DJI einen der größten Schwachpunkte der regulären Pocket 4. Bei dieser war eine stärkere Vergrößerung letztlich nur durch einen Ausschnitt aus der 20-mm-Aufnahme möglich. Die Detailqualität nahm entsprechend ab. Die Pocket 4P verwendet dagegen, wie bereits beschrieben, eine zweite Kamera mit 60 mm Brennweite also ein 3-facher echter Zoom!

Darüber hinaus kann weiter digital vergrößert werden. DJI ermöglicht bei Videos je nach Modus bis zu 12× Zoom. Natürlich muss bewusst sein, dass die beste Qualität nicht mit den echten Zoom Stufen, also 1x und 3x möglich ist und den digitalen Zoom Helfer nur in Ausnahme Situationen zu verwenden, beispielsweise wenn es physikalisch nicht möglich ist näher an das gewünschte Objekt zu kommen.

Low Light

Die Low-Light Performance beider Kameras ist sehr gut. Bei der Hauptkamera hilft der größere Sensor mit 1 Zoll. Obwohl die Tele-Kamera eine größere Blende hat als die Hauptkamera mit f/1.8 ist bei dieser der Sensor kleiner als bei der Haupt-Kamera.

Beide Kameras geben in Innenräumen und in Situationen mit weniger Licht (bspw. am Abend) ein gutes Bild ab.

Zeitlupe

Eine weitere Stärke bleibt die Zeitlupe. Mit der Weitwinkelkamera sind Aufnahmen mit bis zu 4K/240 fps möglich. Die neue 60-mm-Kamera erreicht immerhin bis zu 4K/200 fps. Aber aufgepasst, bei hohen Bildratengilt: Es wird sehr viel Licht benötigt. Am Abend oder dünkleren Innenräumen hat man in diesem Modus ein deutliches Bildrauschen.

Fotos

Zwei separate Kameras mit unterschiedlichen Brennweiten, bedeuten natürlich auch für Fotos einen deutlichen Mehrwert. Das zweite 60 mm Objektiv macht den Fotomodus deutlich vielseitiger als bei der Osmo Pocket 4 und mach die Pocket Kamera für mich auch durchaus interessanter als kleine Reisekamera!

Fotos können im JPEG- oder DNG-Format aufgenommen werden. Die maximale Auflösung liegt je nach Seitenverhältnis bei bis zu etwa 37 Megapixeln. Die Fotoqualität ist dank des großen Sensors erstaunlich gut. Dies gild auch für die JPEG Bilder. Die Möglichkeit Raw-Bilder (DNG) aufzunehmen hilft mit erweiterten Bildbearbeitungstools.

(Bild- und Videoqualität: 5 von 5 Punkten)

Gimbal, Stabilisierung & ActiveTrack 8.0

Der mechanische 3-Achsen-Gimbal ist der größte Unterschied der DJI Osmo Pocket 4P gegenüber einem Smartphone oder einer klassischen Action-Cam. Bewegungen werden nicht ausschließlich elektronisch korrigiert, sondern durch Motoren auf der Schwenk-, Neige- und Rollachse aktiv ausgeglichen.

Beim normalen Gehen entstehen sehr ruhige und fließende Aufnahmen. Kleinere Schritte, Drehbewegungen und Bewegungen aus dem Handgelenk gleicht die Kamera zuverlässig aus. Selbstverständlich kann der Gimbal keine vertikalen Auf- und Abbewegungen vollständig kompensieren. Wer besonders ruhige Ergebnisse erzielen möchte, sollte entsprechend gleichmäßig gehen und die Kamera möglichst kontrolliert führen.

Auch hier gilt weiterhin: Ein Gimbal besitzt eine gewisse Lernkurve. Gerade zu Beginn bewegt man den Griff häufig schneller, als der Gimbal folgen kann, oder erreicht unabsichtlich den mechanischen Anschlag. Nach einiger Übung werden die Bewegungen allerdings deutlich natürlicher.

Zur Verfügung stehen mehrere Gimbal-Modi, darunter klassische Follow-Einstellungen, eine fixierte Neigung und ein dynamischerer FPV-Modus.

Noch interessanter ist ActiveTrack 8.0.

Die Kamera kann Personen, Haustiere, Fahrzeuge und andere Motive automatisch erkennen beziehungsweise verfolgen. Dabei funktioniert das Tracking nun über unterschiedliche Brennweiten hinweg und ist auch bei stärkeren Zoomstufen verfügbar.

Neu ist außerdem ein Multi-Person-Tracking. Die Pocket 4P kann mehrere Personen innerhalb einer Szene berücksichtigen und den Bildausschnitt entsprechend anpassen.

Für Personen, die sich alleine filmen, ist das ausgesprochen praktisch. Die Kamera kann beispielsweise auf einem Stativ stehen und einer sich bewegenden Person folgen. In Kombination mit Gestensteuerung, registrierten Personen und der Osmo FrameTap Fernbedienung entsteht damit ein sehr umfangreiches Solo-Filming-Setup.

In unserem Test funktionierte ActiveTrack erstaunlich gut. Denn bei der 60 mm – Brennweite ist der Bildauschnitt entsprechend begrent und man ist schnell aus dem Bereich raus. Relativ zuverlässig und vorallem schnell wurde das zu trackende Objekt allerdings wieder erfasst!

(Gimbal, Stabilisierung & ActiveTrack 8.0: 4,5 von 5 Punkten)

Ausstattung

Akku und Ladezeit

Die DJI Osmo Pocket 4P besitzt weiterhin einen fest integrierten Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1.545 mAh. DJI gibt eine maximale Laufzeit von bis zu 210 Minuten an. Gemessen wird dieser Wert unter optimierten Bedingungen bei 1080p/24 fps, deaktiviertem WLAN und ausgeschaltetem Display.

Ja, der Akku geht erwartungsgemäß etwas schneller zur Neige als bei dem Osmo Pocket 4. Das erwartet man nciht nicht nur weil es das Datenblatt sagt. Aber allerine dass man sieht, dass der Gimballkopf soviel größer und schwerer ist und stabilisiert werden muss, ein zweiter Sensor, zweites Objektiv etc. Obwohl der Akku trotzdem gut ist und für die meisten im Alltag keine Probleme bereiten wird, hätte der Hersteller minimal kompensieren können und einen etwas größeren Akku einbauen können.

Immerhin: Die Schnellladefunktion bleibt auch hier erhalten. Heißt im Klartext: Eine Viertel-Stunde an den Strom und mit etwa 70-80% Akku weiter Kreativ austoben. Achtet hier jedoch unbedingt auf ein Leistungsstarkes Netzteil. DJI empfiehlt 65 W!

Während einer Aufnahme kann die Kamera über USB-C mit Strom versorgt werden. Die Pocket 4P verwendet dabei zunächst die externe Stromquelle und lädt den internen Akku nach Ende der Aufnahme weiter. Optional steht ein zusätzlicher Akkugriff zur Verfügung, der die Laufzeit deutlich verlängert.

Speicher

Die Pocket 4P besitzt 103 GB nutzbaren internen Speicher.

Das sind zwar vier Gigabyte weniger als bei der Pocket 4, trotzdem ist der integrierte Speicher eine der praktischsten Eigenschaften der Kamera.

Man kann die Pocket 4P direkt auspacken und verwenden, ohne zunächst eine microSD-Karte kaufen zu müssen.

Besonders interessant ist die Geschwindigkeit. Über USB 3.1 gibt DJI Übertragungsraten von bis zu 800 MB/s für den internen Speicher an.

Bei größeren 4K-Dateien ist das ein deutlicher Vorteil.

Zusätzlich kann eine microSD-Karte mit bis zu 1 TB eingesetzt werden.

Dateien lassen sich außerdem kabellos über die DJI-Mimo-App übertragen. DJI nennt hierbei Übertragungsraten von bis zu ungefähr 90 MB/s über WLAN.

Für einzelne Videos ist die kabellose Übertragung bequem. Bei mehreren großen 4K-Dateien würde ich allerdings weiterhin das USB-C-Kabel bevorzugen.

Mikrofone & Tonqualität

In der Pocket 4P sind weiterhin drei Mikrofone integriert. Für normale Umgebungsaufnahmen und kurze Sprachaufnahmen aus relativ geringer Entfernung dürften diese bereits brauchbare Ergebnisse liefern. Die Qualität integrierter Mikrofone hängt allerdings stark von Entfernung und Wind ab. Steht die Kamera mehrere Meter entfernt auf einem Stativ, werden naturgemäß deutlich mehr Umgebungsgeräusche aufgenommen. DJI bietet verschiedene Funktionen für gerichteten Ton, Windgeräuschreduzierung und eine Hervorhebung von Stimmen.

Eine große Stärke bleibt die direkte Integration der DJI-Funkmikrofone. Die Pocket 4P kann unter anderem mit DJI Mic 2, Mic 3, Mic Mini und Mic Mini 2 verbunden werden. Bis zu zwei Sender lassen sich direkt koppeln. Ein separater Empfänger an der Kamera ist dabei nicht notwendig. Bei angeschlossenen Funkmikrofonen kann die Kamera außerdem mehrere Audiokanäle speichern. Dadurch können beispielsweise zwei externe Mikrofone sowie der interne Stereoton parallel aufgezeichnet und später getrennt bearbeitet werden. Gerade für Interviews oder Videos mit zwei Personen ist das sehr praktisch.

Osmo FrameTap

Ein besonders interessantes neues Zubehör ist der Osmo FrameTap. Dabei handelt es sich um eine kompakte Fernbedienung mit eigenem Display. Auf dem Bildschirm kann das Livebild der Pocket 4P angezeigt werden. Zusätzlich stehen Bedienelemente zur Verfügung, um den Gimbal zu bewegen, den Zoom zu steuern, die Kamera umzudrehen oder Aufnahmen zu starten und zu stoppen.

Man kann die Pocket 4P beispielsweise mehrere Meter entfernt auf einem Stativ platzieren und trotzdem kontrollieren, ob der Bildausschnitt stimmt. In Kombination mit ActiveTrack ist das eine wirklich feine Geschichte.

DJI-Mimo-App

Die DJI-Mimo-App steht für fast alle Smartphones zur Verfügung. Die App ist auch mit Tablets kompatibel. Sie wird zur erstmaligen Aktivierung, für Firmware-Updates, zur Fernsteuerung und zur Übertragung von Aufnahmen verwendet.

Ganz gefällt mir nicht, dass die DJI Osmo Pocket 4 vor der ersten Verwendung zwingend über die App aktiviert werden muss. Danach ist die App für den regulären Betrieb allerdings nicht mehr zwingend erforderlich.

DJI Mimo
Preis: Kostenlos
Mimo
Preis: Kostenlos

Nach dem Einschalten verbindet sich die Kamera über WLAN und Bluetooth mit dem Smartphone. Anschließend kann das Livebild auf dem größeren Smartphone-Display betrachtet werden. Auch der Gimbal lässt sich aus der Entfernung steuern.

Darüber hinaus können Aufnahmeeinstellungen angepasst, Dateien übertragen und einfache Videos direkt in der App geschnitten werden. Vorlagen, automatische Bearbeitungsfunktionen, Filter, Musik und verschiedene Effekte erleichtern die schnelle Erstellung von Social-Media-Clips.

Die Verbindung funktionierte in dem Test zuverlässig. Die Übertragung kurzer Clips ist komfortabel. Bei größeren 4K-Dateien ist die direkte USB-C-Verbindung oder die Verwendung eines Kartenlesers meist schneller. Hinweis: Übertragungen an das MAcBook erfolgten ausschließlich mit einer USB-C Verbindung nicht mit einer optional erhältlichen microSD-Karte.

Die App ist prinzipiell sehr gut gemacht, ich bin allerdings generell kein Fan von In-App Werbung oder aufgetragenen Social Funktionen. Das ist zumindest mein persönlicher Kritikpunkt an der App

Weiteres Zubehör

DJI bietet erneut umfangreiches Zubehör an. Dazu gehören unter anderem:

  • Weitwinkelvorsatz
  • magnetisches Fülllicht
  • magnetische ND-Filter
  • Black-Mist-Filter
  • Mini-Stativ
  • Akkugriff
  • Erweiterungsadapter
  • DJI-Funkmikrofone
  • Osmo FrameTap
  • Transporttaschen

Da die Pocket 4P bereits eine echte 60-mm-Telekamera besitzt, hat sich die Auswahl an kreativen Möglichkeiten gegenüber den bisherigen Pocket-Modellen deutlich erweitert.

(Ausstattung: 4,5 von 5 Punkten)

TEIL 3

bestehend aus „Preis/Leistung“ entspricht 10% der Gesamtwertung

Beschreibung

Gegenüber der DJI Osmo Pocket 4 wird die Zielgruppe durchaus erweitert. Während das 20 mm Objektiv ideal für Vlogs und Landschaften ist, ist es für detailaufnahmen oder weiter entfernte Motive nicht optimal.

Genau hier setzt das neue 60 mm Objektiv an. Nahezu sofort kann man von einer weitwinkligen Aufnahme auf ein Detail oder ein Portrait wechseln.

Die große Stärke der DJI Osmo Pocket 4P liegt in der Kombination aus kompakter Bauweise, guter Bildqualität und mechanischer Stabilisierung und Positioniert sich wie die Pocket 4 zwischen Smartphone, Action-Cam und klassischer Systemkamera aber eben jetzt mit einer zusätzlichen Kamera und somit einer neuen Perspektive!

Preis/Leistung

Günstig ist die DJI Osmo Pocket 4P nicht.

Die Standard Combo kostet zum Marktstart 599 Euro. Für die umfangreichere Vlog Combo werden rund 689 Euro fällig. Damit kostet bereits die Standardversion rund 100 Euro mehr als die reguläre Pocket 4.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Braucht man die zweite Brennweite?

Das 60-mm-Objektiv verändert die Kamera stärker, als es auf dem Papier zunächst erscheinen mag. Es geht nicht nur um „mehr Zoom“, sondern um eine zweite echte Bildperspektive. Zusätzlich erhält man den verbesserten Dynamikumfang der Hauptkamera, D-Log 2 und ActiveTrack 8.0.

Insgesamt bleibt die Pocket 4P ein teures Spezialgerät. Für ambitionierte Hobbyfilmer und Content Creator bietet sie allerdings eine Kombination aus Größe, Stabilisierung und zwei echten Brennweiten, die in dieser Form nur schwer durch ein einzelnes anderes Gerät ersetzt werden kann!

DJI Osmo Pocket 4P

Zum Angebot bei

testr Gesamtwertung

unter Berücksichtigung aller Teilwertungen

 Wir bedanken uns beim Hersteller für die Bereitstellung des Produktes. Zu unseren Grundsätzen

Link zum Hersteller: dji.com/at

ähnliche Testberichte

Kompakte Gimbal-Kamera mit 1-Zoll-CMOS-Sensor: DJI Osmo Pocket 4
360 Grad Kamera für 4K-Aufnahmen: RICOH THETA V.
360 Grad Kamera für das iPhone: Insta360 Nano.
Die LG 360° Kamera mit dualem Weitwinkelobjektiv.

Inhaltsverzeichnis

Deine Merkliste

Leseliste wird geladen …