Sonos Play:5

SONOS ist ein kalifornisches Unternehmen, welches 2002 gegründet wurde und sich zum Ziel gesetzt hat „alle Musik der Welt“ zu streamen. Stereoanlagen sind von gestern. Besonderes Merkmal des SONOS Systemes ist die hervorragende Multiroomfähigkeit – ein kabelloses Lautsprechersystem.

Die Produktpalette des Herstellers ist überschaubar und doch ist für jeden etwas dabei. Neben Play:1, Play:3, Playbar, Sub nun auch die generalüberholte Version des Play:5. Das neue Modell der Reihe (Play:5 gen.2) ist erst seit Ende 2015 auf dem Markt. Nicht nur Hardwaretechnisch hat sich was getan, auch der zugehörige Controller – die Sonos-App – hat mit der Trueplay-Funktion ein „hörbares“ Update spendiert bekommen. Trueplay bietet die Möglichkeit, die Lautsprecher mithilfe eines iPhones einzumessen und die Tonausgabe auch in schwierigen Umgebungen mittels Algorithmen zu verbessern.

PUNKT 1

bestehend aus „Verpackung/Design/Verarbeitung“ entspricht 30% der Gesamtwertung

Verpackung:

Verpackung - Vorderseite
Verpackung - Rückseite
Verpackung - seitlicher Verschluss
Verpackung - Tragegriff

Schon beim Auspacken fasziniert die sehr bunte aber geniale Verpackung des Sonos. Um zum Inhalt zu gelangen werden jeweils links und rechts zwei Klips eingedrückt, somit lässt sich der Deckel öffnen. Eine nette Spielerei, die gerade beim Transport mittels Tragegriff durchaus ihre Berechtigung hat und eine zusätzliche Absicherung bietet. Auch das Innenleben der Verpackung wirkt durchdacht und nicht allzubillig. Das Unboxing-Erlebnis erinnert etwas an Apple. Kein Wunder beide Firmen haben einen Designanspruch und produzieren wunderschöne Geräte. (Verpackung : 5 von 5 Punkten)

Design:

Wirkte die alte Version vor 6 Jahren noch frisch, passte dieses nicht mehr in die, mit der Play:3, angeschnittenen Designlinie. Das neue Design ist allerdings deutlich abgerundeter und ist viel puristischerer Natur. Es wirkt modern aber doch zeitloser als die alte Version des Multiroom-Lautsprechers. Der neue Play:5 ist so konzipiert, dass er sowohl stehend, als auch liegend positioniert werden kann. Aufgebrachte, kleine Gummifüße schützen die Oberflächen vor Kratzern.

Sonos Play:5

Sonos Play:5 (Bild: Sonos)

Obwohl in der Höhe kleiner, hat das Volumen etwas zugenommen, da Sonos im Gerät mehr Komponenten verbaut. Neben dem in diesem Test gezeigten mattweißen Modell gibt es noch die mattschwarze Variante, beide jeweils mit einem graphitfarbenen Lautsprechergrill. Besonders in der weißen Variante wirkt dieser Kontrast sehr besonders und spannend. (Design: 5 von 5 Punkten)

Verarbeitung:

Eine kleine Besonderheit ist das mittig positionierte SONOS Logo welches in allen Aufstellungsrichtungen lesbar ist. Das Logo hat ebenso hunderte Mikroperforationen um die Ton-Wiedergabe nicht zu beeinflussen. Sonos selber hebt besonders hervor, dass der Lautsprechergrill über 60.000 einzelnen Bohrungen hat um eine perfekte Wiedergabe von Musik zu garantieren.  Eine neue Touch-Oberfläche ersetzt mechanische Tasten. Die ganze matt-weiße Oberfläche ist wie aus einem Guss und wirkt – obwohl aus Kunststoff –  absolut hochwertig. Ein Handschmeichler. Die Verarbeitung ist erstklassig, da gibt es nichts zu bemängeln. (Verarbeitung: 5 von 5 Punkten)


PUNKT 2

bestehend aus „Funktion des Produktes“ entspricht 60% der Gesamtwertung

Funktion des Produktes:

Schon bei der Installation beginnt die Vorfreude. Kinderleicht innerhalb weniger Minuten eingerichtet. Weder Technikaffinität noch besondere Fähigkeiten werden hier gefordert. Mit meinem iPhone und der Sonos-App, die es im AppStore kostenlos zum Herunterladen gibt, ist man im Nu fertig. Die größte Anstrengung war in meinem Fall einen geeigneten Standort und noch wichtiger eine leere Steckdose zu finden. Anstecken, die Sonos-App öffnen und den Anweisungen folgen. So simpel, so gut.

Allerdings habe ich mich bei der Einrichtung auch etwas geärgert. So unterstützt dieses aktuelle High-End Gerät, weder die 5 GHz-Frequenz, noch die neueren Funktechnologien, wie 802.11n oder 802.11ac. Gefunkt wird lediglich mit 802.11b/g und 2,4 GHz. Das hat mich schon etwas geärgert, da ich kein einziges Gerät im Haushalt habe, welches auf 802.11b/g besteht. Und auch nur ein Gerät mit dieser älteren Funktechnik senkt die gesamte Performance des WLANs. Das hätte Sonos definitiv besser machen können und auch müssen. Des Problems Lösung heißt hier Sonos BOOST (bzw. Sonos BRIDGE) mit denen es sehr wohl möglich ist in der 5 GHz Frequenz zu streamen – „Vermindern Sie WLAN-Interferenzen“. Klar, zusätzliches Geld durch Zubehör, wenn man mit dem aktuellen Setup nicht leben kann.

Im Inneren des 6 kg schweren Play:5 verbaut Sonos sechs vollkommen neu Entwickelte Lautsprecher bestehend aus drei Mittel- und drei Hochtönern.

Innenleben Play:5 (Bild: Sonos)

Eine weitere Neuigkeit ist die verbesserte Feuchtigkeitsbeständigkeit – soll heißen: will man auch im Badezimmer nicht auf Musik und Radio verzichten, kann man das mit dem neuen Play:5 nun machen. Wasserdicht ist er hingegen nicht. Ein gemeinsames Bad ist demnach keinesfalls zu empfehlen.

An der Oberfläche des Gerätes selber befinden sich lediglich die wichtigsten Funktionen. Will man die Musik lauter oder leiser stellen, tippt man nach links oder nach rechts, will man pausieren oder das Lied abspielen tippt man auf die, mit dem Logo bündige, Mitte. Um den Song zu wechseln wischt man entweder nach rechts oder nach links. Die Tipp- und Wisch-Aktionen werden durch Signaltöne bestätigt. In stehender Position, passt sich auch die Bedienungsoberfläche des Lautsprechers automatisch an. So ist dann beispielsweise „lauter“ oben und „leiser“ unten.

Hinten am Gerät findet man ein perfekt mit dem Gehäuse abschließendes Stromkabel, eine Ethernet-Netzwerkbuchse, ein analoger 3,5mm Audio-Eingang und ein Connect-Knopf der jedoch lediglich bei der Einrichtung zum Einsatz kommt. Was wiederum etwas ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass es sich bei dem Audioeingang um keinen Digitalen handelt. Es fehlt auch – trotz ganz klarer iPhone Orientierung – offizielle AirPlay-Unterstützung. Weiters stört mich persönlich als Spotify-Abonnent das Fehlen der Spotify-Connect-Unterstützung. Das das theoretisch im Bereich des Möglichen liegt, zeigt Sonos schließlich mit Google Play Music.

Klang:

Hier liegen wahrlich die Stärken dieses Gerätes. Die drei Mitteltöner kümmern sich um weiche Mitten und kräftige Tiefen.

Es wurden viele Musikrichtungen für diesen Test probegehört. Basslastige Lieder wie zum Beispiel „The Hills“ von The Weeknd werden bei hoher Lautstärke zu einer Belastungsprobe für die Nachbarsbeziehung, sind aber sehr satt und toll anzuhören. Ruhige Lieder wie zum Beispiel „I See Fire“ von Ed Sheeran oder auch rockige Lieder beispielsweise „Highway to Hell“ von AC/DC liefern allesamt einen überzeugenden und klaren Sound. Auch die Höhen werden präzise und klar abgespielt.

Eine tolle Möglichkeit um den Sound noch weiter zu verbessern ist ein weiterer Play:5 im Stereopaar-Zusammenschluss.

Trueplay:

Mit Trueplay hat Sonos seiner App eine Funktion spendiert, die es erlaubt, ihre Lautsprecher zu kalibrieren – der akustischen Beschaffenheit der Umgebung anzupassen. Dazu wird das Mikrofon eines iPhones zum Einfangen eines Impulstons – welchen der Lautsprecher etwa eine Minute lang aussendet – verwendet. Durch das auf- und abwedeln des iPhones im Zimmer analysiert die Software das akustische Raumprofil und passt daraufhin vollautomatisch Anpassungen am Soundprofil vor. Die Funktion ist optional und kann an und ausgeschaltet werden – ein Versuch ist demnach durchaus empfehlenswert. Je nach Platzierung des Speakers im Raum können so dramatische Sound-Verbesserungen wahrgenommen werden.

Trueplay Einstellung

Trueplay Einstellung

Trueplay

Trueplay


PUNKT 3

bestehend aus „Beschreibung und Preis-/Leistung“ entspricht 10% der Gesamtwertung

Online Beschreibung:

Die Online-Beschreibungen der bekanntesten Online-Shops für den Sonos Play:5 entsprechen größten Teils der Wahrheit in Marketing-Deutsch. Auch die Bilder zeigen das Produkt so, wie es später auf dem Tisch steht, keine Übertriebenen Farben, keine übertriebenen Produktabmessungen. Was mir allerdings etwas fehlt ist die Auflistung Wireless-Konnektivität. Nur auf der Herstellerhomepage wird in einem kurzen Satz erwähnt, dass der Sonos mit einem 802.11b/g-Router mit 2,4 GHz funktioniert.

Preis/Leistung:

Mit einer UVP von 579 € ist der Sonos Play:5 definitiv kein Schnäppchen, das ist durchaus ein Manko. Will man in den Genuss eines Stereo-Paares kommen, muss man stolze 1.158 € ausgeben. Doch Sonos steht für Qualität und die Anschaffung ist von bleibendem Wert. Eine Anschaffung die man wohl wenige Male im Leben macht. Im Hinblick auf die dauerhafte Weiterentwicklung der Software und gelegentlichen Softwareupdates relativiert sich der hohe Anschaffungspreis.

Zusammengefasst handelt es sich hier um ein tolles Stück Technik mit modernen Design und höchster Verarbeitungsqualität. Sonos wird mit dem neuen Play:5 seinem Anspruch die besten Netzwerklautsprecher zu produzieren definitiv gerecht.


Somit ergibt sich unter Berücksichtigung aller Teilwertungen folgende testr – Bewertung:

Sonos-Play5_Siegel

Tags:

Die Tests könnten dich auch interessieren!